Der als klarer Titelfavorit gestartete Kevin Koe erlebt eine enttäuschende Weltmeisterschaft. Er trat als kanadischer Meister in China mit einer Formation an, die noch stärker einzuschätzen war als jene von 2010, als Koe in Cortina d'Ampezzo Weltmeister geworden war. Am Samstag verloren die Curler aus Edmonton zunächst das Playoff-Spiel gegen Round-Robin-Sieger Norwegen (Thomas Ulsrud) 2:3 und gleich danach auch noch den Halbfinal gegen das junge schwedische Team von Oskar Eriksson 7:10.

Üblicherweise tauchen die kanadischen WM-Teams in den Finals auf, so wird das in der mit Abstand grössten Curling-Nation auch erwartet. Die Kanadier mussten letztmals 2004 mit Bronze vorliebnehmen. Und letztmals 1997 (aus Bern) reisten sie ohne Medaille nach Hause.

Die Schmach, nicht einmal eine Medaille zu gewinnen, will und kann sich Kevin Koe nicht leisten. Deshalb stehen die Genfer Curler im Bronzespiel, das um 4 Uhr in der Nacht auf Sonntag beginnt, vor einer denkbar schwierigen Aufgabe. In der Vorrunde waren sie gegen die Kanadier chancenlos.