Ski nordisch

Schweiz dank Hug in der Kombination noch vertreten

Letzter Schweizer Vertreter in der Nordischen Kombination: der Solothurner Tim Hug

Letzter Schweizer Vertreter in der Nordischen Kombination: der Solothurner Tim Hug

Tim Hug vertritt in der Nordischen Kombination auch an den Weltmeisterschaften in Seefeld die Schweizer Farben alleine. Es dürften seine letzten Titelkämpfe sein.

Die Nordische Kombination ist innerhalb der FIS zum Sorgenkind mutiert, bei Swiss-Ski auf Stufe Weltcup sogar vom Aussterben bedroht. Aus finanziellen Gründen war es nicht möglich, Tim Hug ein Umfeld mit Coach und Servicemann zu bieten. Der Solothurner wurde deshalb bei den Norwegern eingekauft, zumal in den Jahren zuvor die Zusammenarbeit mit den Skandinaviern stets erweitert worden war. Angefangen hatte es im Material- und Service-Bereich, danach kamen die Trainingslager hinzu.

"Sie haben mich als vollwertig aufgenommen. Ich fühle mich nicht benachteiligt", sagte Hug, der mit Jan Schmid auf Schweizerdeutsch sprechen kann und sich mit den anderen Kollegen in Englisch unterhält. So verbrachte der 31-Jährige auch die vergangenen drei Wochen in Norwegen, um sich optimal auf die Weltmeisterschaften vorzubereiten.

Auf seine letzten Titelkämpfe? "Dazu will ich mich jetzt nicht äussern. Ich bin hier, um Vollgas zu geben und zwei coole Resultate abzuliefern", sagte er. Den offiziellen Rücktritt will er also später Mal kommunizieren. Aber das Adieu liegt auf der Hand, zumal er den Abgang schon mehrmals indirekt angekündigt hat. Nach den Olympischen Spielen in Pyeongchang hatte Hug wegen Seefeld verlängert. Wenn es über diese Saison hinaus weitergehen würde, müsste er eigentlich nochmals einen gesamten Olympiazyklus in Angriff nehmen, da 2020 keine Titelkämpfe anstehen. In seinem Studium der erneuerbaren Energien und Umwelttechnik erreicht der Lockenkopf bald die Bachelor-Stufe, die Belastung in diesem Bereich wird auch nicht geringer.

Nun nimmt Hug einzig Seefeld in den Fokus. Am Freitag steht auf der Grossschanze in Innsbruck und beim 10-km-Lauf in Seefeld der erste Einsatz an. Die Saison verlief bislang eher harzig: Fünfmal in den Top 30, aber nie in den besten 20. "Besonders auf der Schanze habe ich meine Mühe gehabt. In den letzten paar Wochen ist aber eine Steigerung erkennbar", betonte er. "Mein Motto lautet: Ich habe hier nichts zu verlieren. Ich habe alles versucht, um in Form zu kommen und will nun diesen Elan mitnehmen."

Das bisherige Highlight seiner Karriere war der Weltcup-Sieg im Jahr 2014 in Russland. Er nutzte in einem ausgedünnten Feld die Gunst der Stunde. Eine Top-Klassierung in Seefeld ist illusorisch, der Abstand zu den Besten ist schlicht zu gross, allen voran zu seinem "Team-Kollegen" Jarl Magnus Riiber. Der 21-jährige Norweger dominiert nach Belieben - 10 Siege bei 15 Starts - und findet gemäss Hug in Innsbruck ein Schanze vor, die ihm besonders behagt. "Der Sieg wird über ihn führen", betonte Hug.

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