Vor sieben Jahren hatte Feuz in Val Gardena den Super-G dominiert. Doch in der Abfahrt hatte für den Emmentaler bisher nicht Besseres herausgeschaut als die 8. Ränge vor vier Wintern und in der vergangenen Saison.

Die Saslong war aber nicht nur für Feuz, sondern für die gesamte Equipe von Swiss-Ski in jüngster Vergangenheit ein hartes Pflaster. Nichts erinnerte mehr an die Siebziger-, Achtziger- und den Beginn der Neunzigerjahre, in denen die Schweizer Abfahrer mehrfach gross aufgetrumpft und insgesamt 13 Siege errungen hatten. Die letzte Siegerehrung mit Schweizer Athleten hatte in Gröden vor acht Jahren stattgefunden. Silvan Zurbriggen hatte überraschend gewonnen, Didier Cuche war Dritter geworden.

Ski Alpin: Beat Feuz auf Platz 3

Ski Alpin: Beat Feuz auf Platz 3

An der Ski-Weltcup-Abfahrt in Val Gardena schafft es Beat Feuz aufs Podest. Richtig freuen kann er sich aber wegen des schlimmen Sturzes von Teamkollege Marc Gisin nicht.

"Alles rückt in den Hintergrund"

Feuz verdankt seine Premiere vor allem einem starken Schlussspurt. Auf dem letzten Streckenabschnitt war er Zweitbester. Die letzte Zwischenzeitmessung hatte er noch als Achtschnellster passiert. Den Podestplatz nannte Feuz eine "schöne Überraschung". "Das Resultat zeigt, dass ich etwas gelernt habe auf dieser Piste." Nach dem schlimmen Unfall seines Teamkollegen Marc Gisin hielt sich die Freude verständlicherweise in engem Rahmen. "Natürlich bin ich froh über mein Abschneiden. Das ist eine Genugtuung für mich. Nach dem Sturz von Marc tritt aber all das in den Hintergrund."

Nur zwei Zehntel langsamer als Feuz war Mauro Caviezel. Wegen den geringen Zeitabständen hinter Kilde reichte dies dem Bündner noch zu Platz 8. Drittbester Schweizer war Niels Hintermann. Der Zürcher egalisierte mit Rang 14 sein Bestergebnis in den Speed-Disziplinen; die gleiche Klassierung hatte er schon vor vier Wochen in der Abfahrt in Lake Louise erreicht. Besser im Weltcup war Hintermann einzig bei seinem unerwarteten Sieg vor knapp zwei Jahren in der Kombination in Wengen.

Kilde eine Klasse für sich

Tags zuvor im Super-G hatten fünf Hundertstel das Duell um Platz 1 zugunsten von Aksel Svindal entschieden. 24 Stunden danach war der Gewinner allein auf weiter Flur. Kilde distanzierte den zweitplatzierten Österreicher Max Franz gleich um 86 Hundertstel - auf jener Strecke auf der er vor drei Jahren als Dritter im Super-G seinen ersten Podestplatz im Weltcup erobert hatte.

Jenes Ergebnis wirkte als Initialzündung für einen, dem sie längst nicht nur in Norwegen das Potenzial bescheinigt hatten, in die Fussstapfen von Svindal und Kjetil Jansrud treten zu können. Einen guten Monat später feierte Kilde in der Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen seinen ersten Weltcup-Sieg, und weitere vier Wochen danach doppelte er im Super-G in Hinterstoder nach. Seine bisher beste Saison krönte er mit dem Gewinn der Super-G-Wertung.

Damals wie jetzt spielte Kilde die Rolle des Stellvertreters perfekt. Vor knapp drei Jahren ging Svindal nach seinem in Kitzbühel erlittenen Kreuzbandriss an Krücken und zählte Jansrud in den zwei Rennen zu den Geschlagenen. Am Samstag belegten Svindal und Jansrud die Plätze 7 und 26.