Am Montag nach der WM-Kombination in Are beschrieb Janka gegenüber dem "Blick" die Situation im Speed-Team der Männer als negativ. Es gebe da keine Emotionen, und die Stimmung sei wie tot. Einen Tag später legte der Olympiasieger, Ex-Weltmeister und ehemalige Gesamtweltcup-Sieger im Gespräch mit der NZZ nach. An Teamsitzungen gehe es nur noch um Informationen, und es sei "kein Feuer drin". Angesprochen von Jankas Kritik müssen sich in erster Linie Cheftrainer Thomas Stauffer und Speed-Gruppentrainer Andy Evers fühlen.

Einige Tage später äusserte sich Urs Lehmann zur Angelegenheit, die er aus zwei Gründen "sehr, sehr unglücklich" finde. Einerseits sei da der Zeitpunkt, so der Aargauer: "Ich finde es nicht fair gegenüber den restlichen Teammitgliedern, die noch an der WM sind. Das absorbiert Kräfte. Überall, wo ich hingehe, werde ich mit dem Ganzen konfrontiert."

Andrerseits hätte Janka vor einigen Wochen die Gelegenheit gehabt, das Thema intern anzusprechen. "In Wengen gab es eine Sitzung, an der darüber diskutiert wurde, wo die Mannschaft steht und was man noch verbessern kann." Anwesend bei diesem Treffen: Carlo Janka und Beat Feuz als Athletenvertreter, dazu vier Personen von Swiss-Ski, unter ihnen Stéphane Cattin (Alpin-Direktor) und Markus Wolf (Geschäftsführer).

"Damals hat Carlo gar nichts gesagt - sogar auf Nachfrage nicht. Vor diesem Hintergrund kann ich nicht billigen, dass er seine Meinung jetzt nicht zuerst intern geäussert hat." Stattdessen über die Medien zu gehen, "finde ich mehr als unglücklich und nicht korrekt", sagt Lehmann, der aber anfügt, "dass wir Carlos Aussagen sehr seriös nehmen. Schliesslich wollen wir uns verbessern."