Ski alpin

Petra Vlhova rüttelt am Thron der Ski-Königin

Petra Vlhova, das Gold zwischen den Zähnen, präsentiert sich stolz mit der slowakischen Flagge

Petra Vlhova, das Gold zwischen den Zähnen, präsentiert sich stolz mit der slowakischen Flagge

Noch ist Radprofi Peter Sagan der populärste Sportler der Slowakei. Doch Petra Vlhova holt mächtig auf. Mit ihrem Sieg im WM-Riesenslalom von Are schafft sie Sporthistorisches für ihr Land.

Dank Petra Vlhova ist die Slowakei nun eines von 20 Ländern, welche zumindest einen WM-Titel im alpinen Skirennsport errungen haben. Und wer weiss: mit Petra Vlhova stellt die Slowakei möglicherweise auch den ganz grossen Star der Titelkämpfe, eine Rolle, die eigentlich Mikaela Shiffrin vorbehalten schien.

Die Amerikanerin jedenfalls ist nun definitiv gewarnt. Denn Petra Vlhova rüttelt immer stärker an ihrem Thron. Gewinnt die Slowakin am Samstag auch noch den Slalom, wäre sie die Ski-Königin von Are, und nicht die drei Monate ältere Shiffrin, die doch mit ihrem Sieg im Super-G so optimal zu den Titelkämpfen in Are gestartet war.

Petra Vlhova errang Gold in einer Disziplin, in der sie es vor Beginn dieser Weltcup-Saison nie aufs Podium geschafft hatte. Doch unter ihrem italienischen Trainer Livio Magoni, der früher mit der Slowenin Tina Maze von Sieg zu Sieg eilte, hat sie auch in ihrer lange nur zweitbesten Sparte enorme Fortschritte gemacht. Über die Festtage errang sie am Semmering ihren ersten Sieg im Riesenslalom, und zuletzt in Maribor teilte sie sich den Erfolg mit der zeitgleichen Shiffrin.

In Are kam gegen Petra Vlhova niemand an. Im ersten Lauf war sie unterwegs zu einer deutlichen Bestzeit, doch ein schwerer Fehler liess sie hinter die Deutsche Viktoria Rebensburg auf Platz 2 abrutschen. Im zweiten Durchgang patzte sie nicht aber nicht mehr, wenngleich ihr Eindruck ein anderer war. "Mein Gefühl im zweiten Lauf war richtig schlecht", sagte sie nach ihrem Sieg, den sie deshalb nicht mehr erwartet hatte.

Doch im stürmischen Wind von Are taten sich ihre Gegnerinnen noch schwerer, allen voran Mikaela Shiffrin, der die Bedingungen nicht in die Karten spielten. Auf einer durch den Regen aufgeweichten Piste fuhr die Amerikanerin im ersten Lauf gemäss eigener Einschätzung zu taktisch und zu wenig angriffig. "Danach", so Shiffrin, "erhöhte ich das Risiko, doch ich beging auch einige Fehler mehr."

Die Amerikanerin, die im Gegensatz zu Vlhova die Kombination ausgelassen hatte, bleibt natürlich die Favoritin auf Slalom-Gold, das am Samstag ausgefahren wird. Doch wenn eine es drauf hat, sie zu schlagen, dann Petra Vlhova.

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