Vor sechs Jahren hatte der Internationale Skiverband (FIS) der Schanzenanlage im Berner Oberland aus Sicherheitsgründen die Lizenz entzogen. Es war das zwischenzeitliche Ende einer der wichtigsten Schweizer Trainingsanlagen für Skispringer und Kombinierer, auf der während 30 Betriebsjahren rund 770'000 Sprünge absolviert wurden. Nach einer mehrjährigen Pause kann der Trainingsbetrieb in Kandersteg jedoch schon bald fortgesetzt werden. Denn nachdem vor einem Jahr die Finanzierungsfrage geklärt worden ist, gibt es nun auch keine baurechtlichen Hindernisse mehr.

Laut Nationalrat Albert Rösti, dem designierten Präsidenten des Nationalen Nordischen Skizentrums Kandersteg (NNSK), wird im nächsten Monat der Spatenstich erfolgen. Die drei Schanzen mit einer Hillsize von 27, 72 und 106 m werden modernisiert. Neu erstellt wird unter anderem ein Funktionsgebäude mit Restaurant, Fitness-Bereich, Seminar- und Tagungsräumlichkeiten. Finanziert wird das Nordische Skizentrum im Berner Oberland durch das Bundesamt für Sport (2 Millionen Franken), die Gemeinde Kandersteg (1,2 Millionen), den Kanton Bern (1 Million), von Swiss-Ski (0,2 Millionen) und durch anonyme Gönner und "Freunde des Jugendsports" (2,74 Millionen).

Im November 2011 hatte alt Bundesrat Adolf Ogi im Sportparlament eine schwere Niederlage erlitten. Die Verbände verweigerten damals mit 172:193 Stimmen einem Antrag von Swiss-Ski über zwei Millionen Franken die Zustimmung mit der Begründung, Swiss Olympic sei nicht für den Bau von Sportstätten zuständig. "Das tat uns sehr weh und hat Zeit gekostet", blickte Ogi auf diesen Entscheid zurück, als in Bern über die finalen Schritte bezüglich der Modernisierung der Schanzenanlage orientiert wurde. "Wir bauen dieses Leistungszentrum im Interesse von zwei Sportarten, die in Schwierigkeiten stecken und überleben müssen", sagte Ogi. Die Schweiz dürfe in den beiden traditionellen Wintersportarten Skispringen und Nordische Kombination nicht aufgeben.