Mit den Formationen von Niklas Edin und Thomas Ulsrud standen sich im Final In Halifax auf der kanadischen Atlantik-Insel Nova Scotia die beiden zurzeit wohl stärksten und ausgeglichensten Teams gegenüber.

Der 29-jährige Edin aus Karlstad bestätigte sich als Ausnahmekönner. Nachdem er mit seiner alten Equipe 2013 Weltmeister geworden war und 2014 in Sotschi Olympia-Bronze gewonnen hatte, musste Edin wegen der Rücktritte seiner Mitspieler eine neue Formation zusammenstellen. Innert weniger Monate brachte er das Team so weit, dass es in der gleichen Saison sowohl Europameister als auch Weltmeister werden konnte.

In Halifax erwischte Edin eine schlechten Start mit drei Niederlagen in fünf Spielen. Danach jedoch gewann er zusammen mit Christoffer Sundgren, Kristian Lindström und Vizeskip Oskar Eriksson die restlichen neun Spiele allesamt. Im Final waren die Schweden eindeutig überlegen. Im 1. End konnten sie bereits drei Steine stehlen, später schafften sie noch zwei weitere Dreierhäuser. Für Schwedens Männercurling ist es der siebte WM-Titel, für Edin persönlich der zweite.

Der grosse Favorit Kanada ist im Kampf um den WM-Titel im Männercurling abermals vorzeitig gescheitert. Das Team von Skip Pat Simmons verlor das Playoffspiel gegen Titelverteidiger Norwegen (Thomas Ulsrud) 6:7 nach Zusatz-End und anschliessend den Halbfinal gegen Schweden (Niklas Edin), den Weltmeister 2013, 3:6.

Die Kanadier mussten sich mit der Bronzemedaille begnügen, die sie mit einem 8:4 im Spiel um Platz 3 gegen das Überraschungsteam aus Finnland (Aku Kauste) gewannen.

Für Kanadas Männercurling sind Durststrecken selten. Derzeit aber erlebt es eine solche, sieht man vom Olympiasieg 2014 der Crew von Brad Jacobs ab. Die Kanadier ziehen nun dreimal in Folge ohne WM-Titel ab. Dies ist ihnen zuletzt 1979 passiert, als sie sogar siebenmal in Serie nicht gewonnen hatten. Ebenfalls 1979 standen die Kanadier zuletzt - genau wie jetzt - zweimal nacheinander nicht im WM-Final.