Olympiagold in Pyeongchang, der Gewinn der Alpin-Gesamtwertung durch den Podestplatz beim Heimrennen in Scuol, dazu der Triumph im Disziplinen-Klassement des Parallel-Riesenslaloms und doppeltes Vaterglück: Nevin Galmarini hat ereignis- und erfolgreiche Monate hinter sich. Monate, die auch im Hinblick auf die in Carezza beginnende Weltcup-Saison prägend waren. Eine Saison, in die Galmarini nicht mehr als Jäger, sondern als Gejagter starten wird.

In Sachen Motivation hat die fantastische letzte Saison beim 32-Jährigen keine Spuren hinterlassen. Zwar hat Galmarini im Sommer einige Konditionstrainings weniger absolviert als in früheren Jahren, allerdings nicht aufgrund fehlender Motivation, sondern wegen der Geburt seiner Zwillings-Buben Eddie und Louie. Auch an Zielen für den bevorstehenden Winter fehlt es Galmarini nicht.

Einerseits will Galmarini den Fokus verstärkt auf seine schwächere Disziplin legen, den Parallel-Slalom. Andererseits sind da einzelne Wettkämpfe, die für Galmarini besondere Highlights darstellen, wie der Heimweltcup in Scuol (9. März) oder die Weltmeisterschaften in Park City von Anfang Februar. "WM-Bronze habe ich schon, Silber wäre besser, Gold am besten", antwortet Galmarini auf seine Ambitionen an den Titelkämpfen angesprochen.

Nicht nur die eigenen Erwartungen sind im Hinblick auf die WM hoch. Mit fünf bis sieben Medaillen rechnet Swiss-Ski. Dass eine davon von Galmarini eingefahren werden soll, ist nach der letzten Saison nachvollziehbar. "Klar, die Erwartungen für die Weltmeisterschaften in Park City sind hoch", sagt Snowboard-Chef Sacha Giger.

Während im Männer-Team mit Galmarini, Gian Casanova, Dario Caviezel, und Sebastian Schüler die Leaderrolle klar verteilt ist, haben die Frauen mit Julie Zogg, Ladina Jenny und Patrizia Kummer mehrere Podiums-Fahrerinnen. Weit über 30 Weltcup-Podeste haben die drei für die Schweizer Alpinen gemeinsam gesammelt. Kummer, die Olympiasiegerin von Sotschi 2014 im Parallel-Riesenslalom, kehrte auf diese Saison hin in den Trainingsbetrieb von Swiss-Ski zurück, nachdem sie während drei Jahren mit eigenem Team unterwegs gewesen war.

Die Rückkehr soll für Kummer nach einer verpatzten Saison auch ein Neuanfang sein. In keinem Weltcup-Rennen schaffte sie im Olympia-Winter auf das Podest, und beim Saisonhöhepunkt in Pyeonchang scheiterte sie in der ersten Runde - wenn auch an der späteren Olympiasiegern Ester Ledecka. Die Rückkehr von Kummer ist eine Win-Win-Situation für Swiss-Ski. Sie selber hat im Training mit den anderen Athletinnen wieder mehr Vergleichswerte, und die jüngeren Teamkolleginnen profitieren von der Erfahrung der Walliserin.