Wie gewonnen, so zerronnen: Zwei Tage nach seinem Sieg in Garmisch-Partenkirchen musste sich Simon Ammann vor 22'000 Zuschauern auf der Bergisel-Schanze in Innsbruck mit Rang 4 bescheiden. Leader Thomas Morgenstern setzte sich wie schon zum Auftakt in Oberstdorf durch und konnte mit dem 20. Weltcupsieg seiner Karriere den Vorsprung auf Ammann mehr als verdoppeln. Statt 13,5 Punkte liegt Morgenstern vor dem letzten Wettkampf am Donnerstag in Bischofshofen 27,3 Punkte voraus. Das entspricht einer Reserve von gut 15 Metern.

"Jetzt braucht es ein grösseres Wunder", sagte Ammann zu seiner nur noch minimalen Chance auf den ersehnten Gesamtsieg. Seine Hypothek ist nun praktisch wieder gleich gross wie nach dem missglückten Auftritt in Oberstdorf. Der Strohhalm, an den sich Ammann klammern kann: Im Gegensatz zur Schanze in Innsbruck ist jene in Bischofshofen auf Flieger-Typen wie ihn zugeschnitten.

Ammann lag nach dem ersten Durchgang an vierter Stelle. Weil er beim Absprung leicht zu spät dran war, konnte er sich im Final nicht mehr verbessern, sondern büsste mehr als 10 Punkte auf Morgenstern ein. Hinter dem Saisondominator belegte Adam Malysz den 2. Platz. Der Pole verdrängte damit den Finnen Matti Hautamäki (5.) vom 3. Gesamtrang. Qualifikationssieger Tom Hilde, der sich im K.o.-Durchgang gegen Ammann durchgesetzt hatte, wurde Dritter. Der 19-jährige St. Moritzer Marco Grigoli belegte in seinem ersten Tournee-Springen den 41. Platz.

Innsbruck (Ö). 3. Springen der Vierschanzentournee: 1. Thomas Morgenstern (Ö) 266,5 (129,5 m/126,5 m). 2. Adam Malysz (Pol) 257,5 (128/123). 3. Tom Hilde (No) 255,2 (127,5/122). 4. Simon Ammann (Sz) 252,7 (128/122). 5. Matti Hautamäki (Fi) 249,7 (125/123,5). 6. Manuel Fettner (Ö) 248,0 (126/120). 7. Andreas Kofler (Ö) 243,6 (125/119,5). Ferner: 18. Gregor Schlierenzauer (Ö) 230,7 (122,5/117,5). - Nicht im Final der besten 30: 41. Marco Grigoli (Sz) 99,2 (113). - Tournee-Wertung (3/4): 1. Morgenstern 681,7. 2. Ammann 27,3 Punkte Rückstand. 3. Malysz 42,9. 4. Hautamäki 43,3.