Ski alpin

Miller und Svindal verbreiten Angst und Schrecken

Bode Miller startete als Kamerafahrer für eine amerikanische TV-Station.

Bode Miller startete als Kamerafahrer für eine amerikanische TV-Station.

Für die Speedfahrer beginnt die heisse Phase vor der WM in Beaver Creek. Mit Bode Miller und Aksel Lund Svindal arbeiten zwei Routiniers eifrig an ihrem Comeback. Derweil haben die Schweizer ein Luxusproblem.

Das Erfreuliche zu Beginn: Trotz des enttäuschenden Abschneidens der Schweizer Speedfahrer in Kitzbühel hat Cheftrainer Tom Stauffer ein Luxusproblem. Fast das ganze Weltcupteam der Abfahrer hat die Kriterien für die WM in Beaver Creek erfüllt.

Obwohl Swiss-Ski erst am Dienstag entscheidet, wer aus dem Schweizer Team an die WM in die USA (ab 2. Februar) fliegen darf, ist schon klar: Alle Athleten, die die Kriterien erfüllt haben (einmal Top 7 oder zweimal Top 15 im Weltcup), dürfen mit. In der Abfahrt sind das Carlo Janka, Beat Feuz, Patrick Küng, Didier Défago, Sandro Viletta und Silvan Zurbriggen. In der WM-Abfahrt vom 7. Februar sind aber nur vier Schweizer erlaubt. Das heisst: Es wird einen Kampf um die Startplätze geben.

Gesetzt sein dürften Janka und Feuz, die in dieser Saison auf dem Podest gestanden sind. Die zwei weiteren Plätze werden in internen Ausscheidungen ermittelt. «Davon gehe ich zumindest aus. Es wäre die fairste Variante», sagt Viletta. Kleines Detail: Olympiasiegerin Dominique Gisin musste in Sotschi die Ausscheidungen fahren – und holte sich so den letzten Kick für Gold. Ein gutes Omen?

Ohne Rennen an die WM

Die Qual der Wahl bei den Abfahrern zeigt, dass entgegen der Ergebnisse in Kitzbühel die Breite im Team stimmt. Das Luxusproblem der Selektion haben nur wenige Nationen. In den USA und Norwegen hoffen die Verantwortlichen derweil sogar auf die Rückkehr zweier Verletzer: Aksel Lund Svindal und Bode Miller.

Svindal hatte sich im Oktober beim Fussballspielen die Achillessehne gerissen. Gemäss Prognose der Ärzte war dies gleichbedeutend mit dem Saisonaus für den 32-jährigen Norweger.

Doch weit gefehlt: In Kitzbühel stand Svindal lachend im Zielraum. Die Streif hatte er zwar erst als Teilnehmer eines Charity-Events befahren, doch seine Rückkehr steht wohl unmittelbar bevor. «Angst muss uns machen, dass er glücklich aussieht und lacht. Das heisst, er ist schon sehr gut in Form», sagt Streif-Sieger und Svindals Teamkollege Kjetil Jansrud.

Gestern flog Svindal in die USA, um sich auf die WM vorzubereiten. Seit Anfang Januar kann er dank eines Spezialskischuhs auf Schnee trainieren. Wie gut es bereits geht? «Am Anfang konnte ich nur ganz langsam fahren, dann etwas schneller und noch mal etwas schneller. Aber ob ich wirklich schnell bin, wird sich erst noch zeigen müssen», sagt Svindal.

In Colorado will er in den nächsten Tagen mit Jansrud trainieren, um einen Anhaltspunkt zu erhalten, wo er steht. «Aksel ist sehr weit», sagt der vierfache Saisonsieger Jansrud. Svindals Lachen verheisse nichts Gutes für die Konkurrenz.

Miller als Kamerafahrer

Auf dem Weg zurück ist auch Bode Miller. Wie in Wengen hat der 37-Jährige auf der Streif zwar nur die Trainings bestritten, aber mit Rang 6 aufhorchen lassen. «Ich fahre schon sehr stark. Im Rennen braucht es aber noch einen Tick mehr Risiko und Entschlossenheit, diesen traute ich mir noch nicht zu», sagte er.

Miller musste sich im November am Rücken operieren lassen und hat seither kein Rennen bestritten. Der Amerikaner nutzt aber jede Gelegenheit, um für die WM bereit zu sein. In Wengen hatte er sich für die Rennen als Vorfahrer gemeldet, was nicht bei allen Trainern gut ankam. In Kitzbühel fand er eine andere Lösung für ein Extratraining. Miller startete als Kamerafahrer für eine amerikanische TV-Station vor dem Super-G.

Sowohl Miller wie Svindal dürften an der WM starten, obwohl sie beide kein Rennen in dieser Saison bestritten haben. Die Konkurrenz innerhalb ihrer Skiverbände ist zu klein. Das ist in der Schweiz anders. Zwar fehlt dem Team der Männer ein Sieg. Doch die WM kommt erst.

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