Nordische Ski-WM
Medaillengarant Cologna und das Fragezeichen Ammann

Langläufer Dario Cologna ist die grosse Schweizer Medaillenhoffnung an den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Falun. Skispringer Simon Ammann gibt nach seinem Sturz zu Jahresbeginn sein Comeback.

Simon Steiner, Falun
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Simon Ammann ist nach seinem Sturz in Bischofshofen das grosse Schweizer Fragezeichen für die Weltmeisterschaft in Falun.

Simon Ammann ist nach seinem Sturz in Bischofshofen das grosse Schweizer Fragezeichen für die Weltmeisterschaft in Falun.

KEYSTONE

Wo steht Simon Ammann? Das ist aus Schweizer Perspektive die grosse Unbekannte vor den nordischen Titelkämpfen, die heute im schwedischen Falun eröffnet werden. Seit dem 6. Januar hat der vierfache Olympiasieger keinen Wettkampf mehr bestritten. Damals zog sich Ammann bei seinem Sturz im letzten Springen der Vierschanzentournee eine schwere Hirnerschütterung zu.

Vor zwei Wochen hat Ammann das Training auf der Schanze wieder aufgenommen – und rasch Fortschritte gemacht. Erst in Falun wird sich nun aber zeigen, wie gut der Toggenburger den Sturz tatsächlich verdaut hat. Morgen wird der 33-Jährige erstmals auf der kleineren der beiden WM-Schanzen trainieren, wo am Samstag das erste Einzelspringen auf dem Programm steht. Nachdem Ammann während seiner Zwangspause im Gesamtweltcup knapp aus den besten Zehn gefallen ist und somit keinen direkten Startplatz mehr hat, dürfte die Qualifikation vom Freitag zum ersten grossen Test werden.

Ammanns Erfolg dürfte insbesondere davon abhängen, wie rasch es ihm gelingt, seine Probleme bei der Landung zu überwinden. Will er im Kampf um die Medaillen mitreden können, kann er sich dort kaum Abstriche erlauben – eine Telemark-Landung ist Pflicht.

Deutlich besser stehen die Vorzeichen vor der WM bei Langläufer Dario Cologna. Der 28-jährige Bündner war bei den letzten beiden Titelkämpfen mit je zwei Podestplätzen der Medaillengarant der Schweizer Nordischen. Vor zwei Jahren gewann er an der WM im Val di Fiemme Gold im Skiathlon und Silber über 50 km, letzten Winter zwei Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen in Sotschi.

In Falun hat Cologna vier Einsätze geplant: Neben den drei Distanzrennen bestreitet er noch die Staffel. Da er auf den Klassisch-Sprint morgen zum WM-Auftakt verzichtet, kämpft er am Samstag im Skiathlon erstmals um Medaillen – jener Disziplin, in der er sowohl Titelverteidiger als auch Olympiasieger ist. Die Form scheint zu stimmen: Nachdem Cologna wegen der Spätfolgen seiner Fussverletzung mit einem leichten Trainingsrückstand in die Saison startete, darf er spätestens nach seinem Sieg von Ende Januar in Rybinsk mit breiter Brust in die WM starten.

Das nordische Bruderduell

Falun ist nach 1954, 1974 und 1993 zum vierten Mal Gastgeber der nordischen Ski-WM. Im Fokus des Publikums im Lugnet-Stadion stehen insbesondere die Langlauf-Wettbewerbe, wo sich das schwedische Team im ewigen Nachbarduell mit den übermächtig scheinenden Norwegern misst. Dass neben den zahlreichen einheimischen Sportfans noch Zehntausende norwegische Zuschauer erwartet werden, macht die Affiche erst recht interessant.