Lauberhornrennen

Mayer holt seinen verrücktesten Sieg – und Feuz freuts

Matthias Mayer freut sich im Zielraum in Wengen über seinen ersten Weltcupsieg in der Kombination

Matthias Mayer freut sich im Zielraum in Wengen über seinen ersten Weltcupsieg in der Kombination

Wie bereitet man sich am besten auf die Lauberhornabfahrt vor? Besser nicht so wie Matthias Mayer, der Sieger der Kombination. Weil ihm nun im Gegensatz zu den anderen Favoriten die nötige Ruhe fehlt. Hat sich damit ein Konkurrent von Feuz um den Abfahrtssieg selbst aus dem Rennen genommen?

Am Tag vor der längsten Abfahrt im Weltcupkalender lagern die Athleten gerne früh die Beine hoch. Schliesslich schmerzen die Oberschenkel im Ziel-S des Lauberhornrennens auch ausgeruht. «Meine Vorbereitung ist da bestimmt nicht die allerbeste», sagt Matthias Mayer und lacht.

Der Österreicher gehört am Samstag zu den Mitfavoriten. Und der 29-Jährige, vor zwei Jahren in Wengen auf Rang drei klassiert, hat sich die Ruhezeit vor dem Saisonhighlight gleich selbst gestrichen – mit einem Sieg.

Ein Marathon statt Ruhe im Hotel

Als Sieger der Lauberhorn-­Kombination war Mayer dann, als die anderen Favoriten wie Beat Feuz, der auf das Rennen verzichtete, oder Dominik Paris, der Rang 12 belegte, bereits längst ihre Ruhe hatten, im Stress: Interview-Marathon im Ziel, Pressekonferenz, Dopingkontrolle, Siegerehrung am Abend, wieder Interviews. Und irgendwann noch die Abfahrt vorbereiten und abschalten. ­Keine einfache Aufgabe für einen, der dieses Szenario nicht im Kopf hatte.

«Dass ich eine Kombination gewinne, hätte ich nie gedacht», sagt Mayer. «Das ist mein verrücktester Sieg.» Bisher stand er nur in Abfahrten und Super-Gs auf dem Podest.

War der Sieg in der Kombi also ein Betriebs­unfall, der das Abfahrtsrennen stört? «Nein! Im Gegenteil: Ich freue mich enorm. Ich habe die Kombinationen immer ernst genommen, aber eigentlich bereits damit abgeschlossen.»

Die Kombi, die plötzlich doch überlebte

Wie ­viele ging Mayer davon aus, dass das Format vom Internationalen Skiverband nach dem Ende der vergangenen Saison beerdigt wird. Doch es kam bekanntlich anders. Und Mayer ist nun also auch Kombisieger. Und müde? «Ein paar Körner werde ich für die Abfahrt schon noch im ­Köcher haben», sagt er.

Von den Schweizern hatte gestern keiner ähnliche Sorgen. Der Beste, Loïc Meillard auf Rang vier, wird erst am Sonntag im Slalom wieder starten.

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