Riesenslalom

Lara Gut und Dominique Gisin als letzte kleine Medaillenchance

Lara Gut und Dominique Gisin: Im Riesenslalom haben sie Medaillenchancen, wenn es super läuft.

Lara Gut und Dominique Gisin: Im Riesenslalom haben sie Medaillenchancen, wenn es super läuft.

Im zweitletzten Frauen-Rennen versucht Swiss-Ski, die wohl letzte kleine Medaillenchance an dieser WM wahrzunehmen. Die winzigen Hoffnungen ruhen auf Lara Gut und Dominique Gisin.

In St. Moritz klassierten sich mit Lara Gut (4.) und Dominique Gisin (10.) erstmals seit acht Jahren wieder zwei Schweizerinnen in den Top-Ten eines Riesenslaloms. Die letzte Medaille liegt schon zwölf Jahre zurück. Sonja Nef gewann an der WM 2001 in St. Anton Gold. «Es wäre allmählich an der Zeit, dass Sonja abgelöst wird», sagt deren Gatte und Cheftrainer Hans Flatscher. Er münzte diese Bemerkung jedoch auf den Weltcup. Auch in diesem liegt der letzte Podestplatz schon über zehn Jahre zurück. Nef gewann im Januar 2003 in Bormio.

«Ich reiste mit vier Chancen an die WM», bilanziert Lara Gut, eine habe ich genutzt, zwei verpasst - jetzt habe ich noch eine. Die erste Medaille sei in der Regel schwerer zu gewinnen als die nächste, besagt eine sportliche Faustregel. Lara Gut hält nicht viel von solchen Hochrechnungen: «Jedes Rennen hat seine eigene Geschichte. Ich denke auch nicht daran, dass ich in dieser Saison schon zweimal in einem Riesenslalom Vierte geworden bin.»

Gisin nur beim Abstossen behindert

Fakt bleibt: Lara Gut ist die einzige Schweizer Skirennfahrerin, die in den letzten zehn Jahren WM-Medaillen gewonnen hat, zweimal 2009 und in der letzten Woche im Super-G - immer Silber. Vor ihr standen Marlies Oester und Corinne Rey-Bellet auf dem Podest, 2003 in St. Moritz.

Starten wird auch Dominique Gisin, die sich in der Abfahrt den Mittelhandknochen gebrochen hat. Der Gips, der am Sonntag noch bis zum Ellbogen reichte, ist verkleinert worden und geht noch knapp über das Handgelenk hinaus. «Der Stock wird an der Manschette fixiert», erklärt Gisin, «die Verletzung sollte unterwegs nicht stören. Nur beim Abstossen am Start bin ich behindert. Aber zu 99 Prozent kann ich fahren wie sonst.»

Suter ist zurück

Gemäss Hans Olsson sollen Athleten mit leichteren Verletzungen an einer WM mental sogar im Vorteil: «Sie können ohne jeden Druck starten und haben nichts zu verlieren». Dominiques Schwester Michelle las das in Olssons Blog. «Bei meiner Ausgangslage spüre ich im Riesenslalom ohnehin keinen Druck», findet Dominique, die seit gut einem Jahr in dieser Disziplin startet und regelmässig in die Top 15 fuhr -und einmal in Sölden sogar auf den 4. Platz. Übrigens: Klaus Kröll gewann mit einer solchen Gipsmanschette sogar einmal den Kitzbühel-Super-G.

Aus der Schweiz zurückgekehrt ist Fabienne Suter, die an den Olympischen Spielen in dieser Disziplin mit der Ledermedaille vorlieb nehmen musste. Und im WM-Super-G mit dem 5. Rang, weshalb sie nicht für die Abfahrt selektioniert wurde. «Ich habe zu Hause das Rennen gar nicht angeschaut und erst hinterher am Teletext festgestellt, dass Nadja um vier Hundertstel Bronze verpasst hat». Im WM-Riesenslalom geht es Suter mit ihrer hohen Startnummer primär darum, FIS- und Startlisten-Punkte zu sammeln. Vierte Starterin ist die Slalom-Spezialistin Wendy Holdener.

Den Titel werden wohl Tina Maze, Viktoria Rebensburg, Anna Fenninger oder Tessa Worley unter sich ausmachen. Dieses Quartett gewann 21 der letzten 23 Rennen, die anderen beiden die verletzte Lindsey Vonn.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1