Die Kandidaten für die Königin oder den König von Seefeld stammen primär aus dem Langlauf, denn mit sechs Rennen pro Geschlecht bieten sich die meisten Möglichkeiten, um das Medaillenkonto zu äufnen. Die Namen: Therese Johaug und Johannes Hösflot Klaebo.

Die Norwegerin blieb in diesem Winter über lange Strecken stets siegreich. Seit der Rückkehr von der 18-monatigen Doping-Sperre (Stichwort "Lippenpomade") deklassierte sie in acht Rennen die Konkurrenz. Die 30-Jährige dürfte ausser dem Sprint und dem Team-Sprint alles laufen, vier Siege liegen drin. An ihren letzten Titelkämpfen 2015 in Falun - in Lahti 2017 und an den Spielen in Pyeongchang 2018 musste sie zuschauen - holte sie dreimal Gold.

Drei Siege hat möglicherweise Klaebo schon am Sonntag in trockene Tücher gelegt, denn die Langläufer starten in der ersten Woche mit dem Sprint, dem Skiathlon und dem Team-Sprint. Klaebo ist anders gepolt als Johaug. Während seine Landsfrau im Rennen die Lücke aufreisst, spielt der 22-Jährige seine Stärken primär auf der Zielgeraden aus. Er zählt deshalb auch in Massenstart-Rennen zu den Sieganwärtern, obwohl einige Konkurrenten über den grösseren Motor verfügen. Mit dem Sieg an der Tour de Ski bewies der Mann aus Trondheim Allrounder-Qualitäten. Die drei Goldmedaillen von Pyeongchang (Sprint, Team-Sprint, Staffel) beweisen, dass er auch dem Druck der Favoritenrolle standhalten kann.

Norwegen dürfte im Langlauf allerdings nicht durchs Band abräumen. Russland etablierte sich neu als Nummer-2-Nation, bei den Frauen werden zudem auch die Schwedinnen, sofern Stina Nilsson nach ihrer Oberschenkelverletzung wieder fit ist, stark auftreten.

Kobayashi-Show?

Im Skispringen war der Japaner Ryoyu Kobayashi in der ersten Saisonhälfte praktisch unantastbar, was in vier Tagessiegen während der Vierschanzentournee gipfelte. Danach riss der Faden, doch just am vergangenen Sonntag bei der WM-Hauptprobe in Willingen sprang er die Konkurrenz wieder in Grund und Boden. Das Fazit: Sofern der Japaner einen sehr guten Sprung zeigt, hat er mehr drauf als die Konkurrenz. Da kommt auch ein Kamil Stoch - die Polen stellen derzeit die stärkste Nation - oder ein Stefan Kraft, auf dem die Hoffnungen der Österreicher für die Heim-WM lasten, nicht ran.

Das Geschehen im Skispringen der Frauen prägt Maren Lundby. Von den letzten 11 Wettkämpfen gewann die Norwegerin deren 9. Auch die 24-Jährige könnte drei Goldene einfliegen. Die Skispringerinnen erhalten neu einen Team-Wettkampf und sie stehen neben dem Einzel auch noch im Mixed im Einsatz.

Vier Titelchancen erhalten die Kombinierer. Zu schlagen gilt es den zehnfachen Saisonsieger Jarl Magnus Riiber aus Norwegen. Der 21-Jährige hat schon seit Anfang Februar den Gesamtweltcup im Sack. Angesichts der Olympia-Erfahrung von Pyeongchang, als er vor einem Jahr im Einzel leer ausging, bleibt er aber bescheiden: "Ich möchte einmal Edelmetall im Einzel gewinnen. Das wäre eine grosse Sache für mich", sagte Riiber.