Mirjam Ott und ihre Mitspielerinnen des CC Davos haben mit ihrem Triumph in der kanadischen Provinz Alberta Historisches vollbracht. Sie errangen den dritten WM-Titel für das Schweizer Frauencurling, aber den ersten seit 29 Jahren. Der letzte WM-Titel überhaupt für die Schweiz, jener von Markus Eggler und dem Team Biel Touring, lag genau 20 Jahre zurück.

Für Mirjam Ott, die 40-jährige Bernerin, ist es der fünfte grosse Erfolg nach zwei Olympia-Silbermedaillen (2002, 2006) und zwei EM-Titeln (1996, 2008).

Im Final zeigten beide Teams Curling auf sehr hohem Niveau. Die Schwedinnen um Skip Margaretha Sigridsson, Europameisterinnen 2010 und aktuelle EM-Zweite, gingen dreimal in Führung, letztmals mit 6:5 im 9. End. Die Schweizerinnen wussten aber jedes Mal zu kontern. Die Entscheidung fiel schliesslich erst mit dem allerletzten Stein im 10. End. Mirjam Ott hatte mit ihren letzten Versuch eine sehr schwierige Aufgabe zu lösen, was ihr jedoch auf magistrale Weise gelang.

Vor dem Final wies Sigfridsson gegen Ott aus dieser Saison eine Bilanz von 5:0 Siegen vor. Dreimal hatte sie sich an freien Turnieren durchgesetzt, zweimal an der WM in Kanada (in der Vorrunde und im Playoff-Spiel). Just im entscheidenden Moment konnten die Davoserinnen den Spiess umdrehen.

"Ich bin überglücklich über diesen riesigen Erfolg", sagte Mirjam Ott vor der Siegerehrung. "Es war eine tolle Leistung, und zwar des ganzen Teams." Ein Lob sprach sie auch Teamcoach Thomas Lips und Nationalcoach Andreas Schwaller aus.

Lethbridge, Alberta (Ka). WM Frauen. Final: Schweiz (Davos/Janine Greiner, Carmen Küng, Carmen Schäfer, Skip Mirjam Ott) - Schweden (Skip Margaretha Sigfridsson, Maria Wennerström, Christina Bertrup, Maria Prytz) 7:6.

Schlussklassement: 1. Schweiz. 2. Schweden. 3. Kanada (Heather Nedohin). 4. Südkorea (Kim Ji-Sun). 5. USA (Allison Pottinger). 6. Schottland (Eve Muirhead). 7. Deutschland (Melanie Robillard). 8. Dänemark (Lene Nielsen). 9. Russland (Anna Sidorowa). 10. Italien (Diana Gaspari). 11. China (Wang Bingyu). 12. Tschechien (Linda Klimova).