Beat Hefti erfuhr frühmorgens in Kanada, dass er (endlich) Olympiasieger ist. Das IOC sperrte am Freitag aufgrund der Erkenntnisse der vom Neuenburger Denis Oswald geführten Untersuchungskommission vier russische Wintersportler wegen Dopingvergehen lebenslang, unter ihnen Bob-Doppel-Olympiasieger Alexander Subkow. Erste Profiteure sind Hefti und Alex Baumann, die in Sotschi mit 66 Hundertstel Rückstand auf Subkow und dessen Anschieber Alexej Wojewoda die Silbermedaille gewonnen hatten.

"Es ist schade, dass der Entscheid erst so spät gefallen ist", stellt Hefti am Telefon mit der Nachrichtenagentur sda fest. "Aber es freut einen schon." Ein bisschen wurmt es Hefti aber schon, dass er den Olympiasieg nicht schon in Sotschi hat feiern können.

Vermutungen über Doping bei den russischen Bobfahrern gab es bereits 2014, allerdings habe man eher die Anschieber als Pilot Subkow in Verdacht gehabt.

Wann genau Hefti und Baumann die Goldmedaillen überreicht bekommen, ist noch nicht klar. Wie die zuvor betroffenen Sportler wird auch Subkow das Verdikt des IOC beim internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne anfechten. Der russische Bobverband, dessen Präsident der nicht mehr aktive Subkow inzwischen ist, sprach in einer Mitteilung von "Betrug" und dass "der Sport zu einer politischen Waffe geworden" sei. Dennoch dürfte Hefti der neunte Schweizer Bob-Olympiasieger werden, der erste seit Gustav Weder 1994 in Lillehammer. Im Viererbob wird der Lette Oskars Melbardis den Olympiasieg von Subkow erben.

14 Athleten lebenslang gesperrt

Das IOC hatte nach den Enthüllungen von Doping-Sonderermittler Richard McLaren im vergangenen Dezember mit den Ermittlungen begonnen. Die Kommission unter Leitung von Denis Oswald versucht mit kriminaltechnischen Methoden zu klären, auf welche Art und Weise russische Sportler in Sotschi betrogen haben könnten. Die IOC-Kommission ermittelte insgesamt gegen 28 russische Athleten.

Neben Subkow sind vom neuesten IOC-Urteil auch die Bob-Pilotin Olga Stulnewa (9. Rang) sowie die Eisschnellläuferin Olga Fatkulina, die in Sotschi eine Silbermedaille gewann, und der Eisschnellläufer Alexander Rumjanzew betroffen. Insgesamt hat das IOC bis jetzt gegen 14 russische Athleten in vier Sportarten lebenslange Sperren verhängt und deren Resultate von den Winterspielen 2014 annulliert.