Matthias Mayer stand in dieser Saison nur einmal - als Zweiter beim Super-G in Lake Louise - auf dem Podest, ein Weltcuprennen konnte er noch nie gewinnen.

In Sotschi hingegen trumpfte er mit einer perfekten Fahrt auf und überflügelte er mit seinem Sieg auch Vater Helmut, der 1988 in Calgary die Silbermedaille im Super-G gewonnen hatte. Mayer ist der erste österreichische Abfahrts-Olympiasieger seit Fritz Strobl (2002 in Salt Lake City).

Der 23-jährige Österreicher aus dem Bundesland Kärnten siegte sechs Hundertstelsekunden vor dem Südtiroler Christoph Innerhofer, der nach drei WM-Medaillen 2011 (Gold im Super G, Silber in der Super-Kombi, Bronze in der Abfahrt) sein erstes Olympia-Edelmetall holte.

Überraschender Dritter wurde mit 10 Hundertsteln Rückstand der Norweger Kjetil Jansrud, der vor vier Jahren in Vancouver schon Riesenslalom-Silber gewonnen hatte und der in Sotschi seinen Landsmann Aksel Lund Svindal vom Podest verdrängen konnte.

Enttäuschende Schweizer

Carlo Janka zeigte eine starke Leistung, obwohl ihm gleich beim Start ein kleiner Fehler unterlief und auch einige Sprünge nicht optimal gelangen.

Dem Bündner, der in den Trainings einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen hatte, unterlief im unteren Teil nach einem weiten Sprung ein zeitraubender Fehler.

Der Riesenslalom-Olympiasieger von 2010 war noch bei der zweitletzten Zwischenzeit nach rund eineinhalb Fahrminuten nur um sechs Hundertstel hinter dem späteren Sieger zurückgelegen.

Didier Défago, vor vier Jahren Abfahrts-Olympiasieger in Vancouver, lag nach zwei Zwischenzeiten noch vor Mayer, büsste aber bis ins Ziel noch 1,56 Sekunden ein. Der Walliser klassierte sich letztlich als 14. Einen Platz vor Défago reihte sich Beat Feuz ein.

Der Emmentaler, vor zwei Jahren auf der 3495 Meter langen Piste im Kaukasus noch Sieger, kam nach seiner Verletzungspause nicht richtig auf Touren. Der von einer Magenverstimmung geschwächte Lauberhorn-Sieger Patrick Küng wurde 15.

Der 36-jährige Top-Favorit Bode Miller, der in den Trainings dominiert hatte, verpasste an seinen fünften Winterspielen als Achter seine sechste Olympia-Medaille deutlich. (si/sha)

Lesen Sie das Rennen von Fahrt zu Fahrt im Liveticker der «Nordwestschweiz» nach:

Die Schweizer Abfahrtscracks enttäuschen. Janka wird mit Rang 6 bester Schweizer, Feuz wird 13., Defago 14. und Küng, offensichtlich nicht in Vollbesitz seiner Kräfte, wird Fünfzehnter.

Die Geschichte eines unerwarteten Abfahrts-Olympia-Siegers findet nach Defagos Sieg vor vier Jahren seine Fortsetzung. Matthias Mayer gewinnt die Goldmedaille in der Abfahrt von Sotschi. Das ist keine Sensation, aber doch überraschend. Denn: Mayer brillierte stets mit guten Ergebnissen, hatte aber noch nie ein Abfahrtsrennen gewinnen können.

Aber auch er vermag nicht überzeugen: 2:09.00.

Osborne-Paradis ist der letzte Abfahrer, der das Spitzentrio noch arg gefährden könnte.

2:07,79 - DEFAGO wird nur 14. Eine herbe Enttäuschung für den Titelverteidiger. Damit holt sich die Schweiz keine Medaille in der Abfahrt.

Defago kämpft, doch die dritte Zwischenzeit verspricht nichts Gutes: 79 Hundertstel Rückstand.

Zweite Zwischenzeit: Noch 13 Hundertstel Vorsprung.

Super-Start von Defago. Der Titelverteidiger führt mit zwei Zehntel.

Jetzt folgt DIDIER DEFAGO! Unsere letzte Medaillenhoffnung.

Poisson holt sich die Zeit von 2:07,83.

Marco Sullivan mit einer Zeit von 2:10,10. Damit wird er Zweitletzter, nur der Spanier Terra ist noch langsamer.

Zrncic ist der nächste Finisher, 2:09,80. Mit dieser Zeit kann er aber nicht brillieren. Er fährt die Abfahrt wohl in Hinsicht auf die Kombination.

Mayer, Innerhofer, Jansrud. Das sind die derzeitigen Medaillengewinner des ersten Ski-Highlights von Sotschi.

Streitbergers Zeit: 2:07,86.

Matthias Mayer nimmt schon erste Glückwünsche entgegen und von Fahrer zu Fahrer freut er sich mehr. Es muss eine perfekte Fahrt folgen, soll er noch von der Spitze verdrängt werden.

Klaus Krölls Rennen endet mit einer Enttäuschung, Rang 18. Über zwei Sekunden hinter dem österreichischen Trumpf, der zugestochen hat: Matthias Mayer.

Eric Guay wird Zehnter, 2:07,04. Die Kanadier enttäuschen.

Innerhofer fällt mit einem lauten «YES!» im Ziel völlig ausgelaugt zu Boden. Er scheint zufrieden zu sein. Kein Wunder, trägt er doch bis jetzt die Silbermedaille. Svindal auf Rang vier, Miller auf Rang acht.

6 Hundertstel Rückstand im Ziel. Das war eine starke Vorstellung des Italieners.

Innerhofer verliert etwas Zeit, aber immer noch in Führung, zwei Zehntel. Das wäre eine Überraschung!

Innerhofer mit über einer halben Sekunde Vorsprung!

Der Franzose Theaux bleibt chancenlos. 2:07,89.

Janka als bester Schweizer zurzeit auf Rang 5.

Mayer hält die Führung! Die Topfavoriten sind geschlagen. Das muss (zumindest) eine Medaille für den Österreicher sein! Wirds die goldene? Svindal: 2:06.52, der Norweger trägt damit zurzeit die Bronzemedaille.

Auch bei ihm wächst der Rückstand im mittleren Teil an, 4 Zehntel sind es bereits.

Das sieht nicht schlecht aus. 2 Hundertstel Rückstand lediglich, Svindal hält sich auf der Ideallinie.

Einer der Topfavoriten greift ins Geschehen ein: AKSEL LUND SVINDAL!

Die meisten verlieren im unteren Streckenteil wahnsinnig viel Zeit auf Mayer. Dort muss der Österreicher aussergewöhnlich gefahren sein.

Abfahrtsspezialist Dominik Paris hält sich gut. Auch er hatte keine gute Vorbereitung. Trotzdem verliert er 9 Zehntel auf den Führenden.

Das zeigt sich dann auch im Ziel: Mit 1,59 Sekunden Rückstand auf Mayer klassiert er sich auf Platz 10. 2:07.82

Bei der ersten Zwischenzeit sinds 12 Hundertstel Rückstand. Küng, der wegen einer Magendarm-Grippe angeschlagen ist, verliert immer wieder die Ideallinie.

Nun folgt PATRICK KÜNG!

Miller im Ziel, mit 2:06,75. Das ist keine Medaille, eine Riesen-Enttäuschung für den Favoriten! Er reiht sich lediglich auf Rang 5 ein und klassiert sich damit sogar noch hinter Carlo Janka!

Miller versucht sein Bestes, fährt angriffig.

Der Vorsprung wandelt sich in einen Rückstand um. Uiuiui, Miller.

Miller rutscht auf dem Innenski aus, kann sich aber noch einmal retten. Die Zeit ist trotzdem im grünen Bereich.

Jetzt startet der FAVORIT: BODE MILLER! Kann er seine Trainingszeiten noch einmal beweisen?

Peter Fill kann Leader Mayer nur im oberen Teil gefährden. Im Ziel wirds eine Zeit von 2:07.16.

Feuz fährt sauber, aber nicht angriffig genug. Er kann Mayer nicht gefährden. Feuz im Ziel: 2:07,49 und reiht sich auf Rang 7 ein.

Feuz halst sich einen Rückstand von 7 Zehntel ein.

Er fährt einen guten oberen Streckenteil. Wie stark beeinträchtigt ihn den verletzten Knöchel beziehungsweise sein lädiertes Knie?

Der zweite Schweizer: BEAT FEUZ!

Johan Clarey ist der erste Fahrer, der ausscheidet. Er verpasst ein Tor, bei dem Pistenbauer Bernhard Russi schon im Voraus gewarnt hat: «Aufpassen!».

Matthias Mayer gelingt ein sensationeller Ritt und übernimmt die Spitze. War das die erste Medaillen-Fahrt? 2:06.23.

Werner Heel gelingen nicht alle Sprünge wunschgemäss. Er rangiert sich auf den fünften Platz ein mit 2:07,16.

Max Franz, der erste Österreicher, kann Jansrud auch nicht gefährden. Seine Zeit: 2:07,03. Das ist eine Enttäuschung für Franz.

Jansrud kommt mit der Zeit 2:06,33 ins Ziel und übernimmt die neue Führung. Janka nur noch auf Platz 3. Der Norweger Jansrud zeigt eine starke Leistung von Beginn weg und kann die Führung ins Ziel bringen.

Ganong übernimmt die neue Führung. Der Amerikaner konnte den Rückstand im oberen Teil in Grenzen halten und diesen in eine Führung umwandeln. Er löst damit Janka als Führenden ab.

Thomsen, der Kanadier, ist auch kein Gradmesser für Janka. Zeit: 2:08,00.

Nach dem Spanier folgt Glebov, ein Russe. Er hält sich nicht schlecht, aber auch er hat 2,25 Sekunden Rückstand. Trotzdem wird er vom Heimpublikum gefeiert.

Ich bin begeistert von den vielen, weiten Sprüngen - nicht zuletzt dank genialen Kameraeinstellungen. Jeder Fahrer muss jeden einzelnen Sprung konzentriert fahren, sonst ist er weg vom Fenster.

Ferran Terra aus Spanien kommt mit fast fünf Sekunden Rückstand ins Ziel. Das ist Olympia!

Dann kommt Janka ins Ziel - mit einer klaren Führung: 1,78 Sekunden Vorsprung, das wird allerdings noch kein Gradmesser sein. Trotz allem: Starke Leistung von Carlo Janka.

Dann ein zu weiter Sprung nach rund 1:40. Schade! Er kämpft sich wieder auf und kommt zurück auf die Ideallinie.

Janka baut die Führung über eine Sekunde aus!

Und er startet mit einem Tiefschlag: Er rutscht aus und zeigt Probleme mit dem rechten Stock.

Jetzt der erste Schweizer: CARLO JANKA!

Jan Hudec übernimmt die neue Führung mit 2:08,49.

Die Strecke ist nichts für schwache Nerven: Es gibt keine Sekunde Zeit zum Durchschnaufen, immer wieder folgen kleinere oder grössere Sprünge. Da hat Pistenbauer Bernhard Russi für Spektakel gesorgt! Er hat ja die letzten acht Jahre viel Zeit in die Strecke investiert.

Nyman ist im Ziel, mit der Zeit von 2:09.15.

Nach gut 20 Sekunden folgt die erste Zwischenzeit. Sie ist aber noch nicht wirklich aussagekräftig. Viel mehr kann man die Fahrt bei der zweiten Zwischenzeit nach rund 52 Sekunden beurteilen.

Die Olympia-Abfahrt ist eröffnet! Steven Nyman aus den USA ist auf der Strecke.

Die stecken gebliebene Gondel scheint repariert zu sein. Das Rennen soll also nach einer 15-minütigen Verspätung in wenigen Minuten losgehen. Bei uns zappeln unter dem Tisch schon die Füsse!

Die ersten 20 Abfahrer: 1 Steven Nyman (USA). 2. Jan Hudec (Ka). 3 Carlo Janka (Sz). 4 Ferran Terra (Sp). 5 Alexander Glebow (Russ). 6 Benjamin Thomsen (Ka). 7 Travis Ganong (USA). 8 Kjetil Jansrud (No). 9 Max Franz (Ö). 10 Werner Heel (It). 11 Matthias Mayer (Ö). 12 Johan Clarey (Fr). 13 Beat Feuz (Sz). 14 Peter Fill (It). 15 Bode Miller (USA). 16 Patrick Küng (Sz). 17 Dominik Paris (It). 18 Aksel Lund Svindal (No). 19 Adrien Théaux (Fr). 20 Christof Innerhofer (It).

Zur Startaufstellung: Carlo Janka wollte eine tiefe Startnummer, und er bekam sie: Er startet mit der Nummer drei als erster Schweizer ins Rennen.

Favorit Bode Miller glänzte in den Trainings vor allem im oberen Streckenteil mit äusserst aggressivem Fahrstil. Die Strecke kommt dem alten Hasen zurecht. Kein Wunder sagt er: «Die Trainings sind mir gelungen. Ich bin bereit.»

Übrigens: Es ist bewölkt in Sotschi. Während der Trainings war stets schönster Sonnenschein. Ob das jemandem besonders gelegen kommt? Klar ist: Das Wetter wird heute nicht entscheiden.

Soeben erhalten wir die Information, dass der Start der Abfahrt um eine Viertelstunde verschoben wurde. Es wird also erst um 8.15 Uhr gestartet. Der Grund: Eine Gondel ist steckengeblieben, die die Fahrer nach oben bringen sollte.

Schliesslich erinnern wir uns gerne an die Olympischen Spiele in Vancouver vor vier Jahren: Didier Defago greift heute als Titelverteidiger ein. Und schon vor vier Jahren galt er überhaupt nicht als Topfavorit. Wir lassen uns gerne wiederum überraschen.

Zurück zur Abfahrt: Holen wir uns hier die erste Medaille? Die grossen Favoriten sind zwar der Amerikaner Bode Miller sowie der Norweger Aksel Lund Svindal. Aber trotzdem ist eine Medaille durchaus möglich - etwa für Carlo Janka, Patrick Küng oder auch Didier Defago.

Doch erst zum grossen Schweizer Sporttag in Sotschi: Um acht Uhr starten die Ski Alpiner auf der Abfahrtspiste, gefolgt von Dario Cologna, der beim Skiathlon mit Medaillenchancen um 11.15 Uhr auf die Strecke geht. Ab 18.30 Uhr versucht Simon Ammann auf der Normalschanze seine fünfte Olympia-Medaille zu holen. Wir sind gespannt!

In wenigen Minuten, um acht Uhr, beginnt die Abfahrt, das erste grosse Schweizer Highlight der laufenden Olympischen Spiele.

Herzlich Willkommen zum grossen Super-Sonntag bei den Olympischen Spielen in Sotschi! Heute kann die Schweiz die ersten Medaillen holen. Wir berichten den ganzen Tag über die Ereignisse in Sotschi.