Die vereiste Piste Stelvio, welche die Abfahrer fast auf jedem Meter durchschüttelt, stellte diesmal besonders hohe Anforderungen. Feuz hatte schon im Training gesagt, die Strecke sei so schwierig wie kaum eine andere. Nach dem Rennen war Feuz doppelt zufrieden. Einerseits durfte er sich über seinen ersten Podiumsplatz im Veltlin freuen und andererseits war der Berner froh, die Aufgabe unfallfrei überstanden zu haben. 52 Hundertstel verlor Feuz auf den Sieger, 16 Hundertstel waren es auf Innerhofer.

Bormio hatte sich die letzten Jahren zu einer zähen Strecke für die Schweizer entwickelt. Letztmals war Swiss-Ski vor sieben Jahren auf einem Podium vertreten. Damals, im Dezember 2011, gewann Didier Défago vor Patrick Küng.

Schon zwei Wochen zuvor in Val Gardena hatte es Feuz als Dritter ein erstes Mal aufs Podium gereicht. "Die für mich zwei schwierigsten Abfahrten habe ich nun hinter mir", hielt Feuz fest. Danach darf er sehr zuversichtlich in die Zukunft schauen. Zum nächsten Rennen, der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen, wird er nun als alleiniger Leader der Disziplinen-Wertung antreten können.

Feuz war letztlich der einzige Schweizer in den Top 10. Die zeitgleichen Mauro Caviezel und Niels Hintermann klassierten sich als zweitbeste Fahrer ihrer Mannschaft auf Platz 14. Als Kampf und Krampf bezeichnete der Bündner hinterher seinen Auftritt. Hintermann dagegen, der vor im Finale noch zulegen konnten, war guter Dinge. 14. war der Zürcher schon in Lake Louise und in Val Gardena, nun egalisierte er seine Abfahrts-Bestmarke ein drittes Mal.

Noch bessere Stimmung herrschte logischerweise bei den Italienern, die ihr Heimrennen zum grossen Triumph nutzten. Dominik Paris gewann zum bereits dritten Mal in Bormio. 2012 hatte er sich Platz 1 mit dem zeitgleichen Österreicher Hannes Reichelt geteilt, letzten Winter siegte er vor den Norwegern Aksel Lund Svindal und Kjetil Jansrud. Inzwischen steht der 29-jährige Paris mit 10 Weltcupsiegen zu Buch, neun davon in der Abfahrt.

Um 36 Hundertstel setzte sich Paris vor seinen Teamkollegen Christof Innerhofer, der ziemlich genau vor zehn Jahren in Bormio seinen ersten Weltcupsieg errungen hatte. Inzwischen ist Innerhofer 34 Jahre alt, auf vereisten Strecken aber noch immer furchtlos und schnell unterwegs.