Fähndrich stellte auch im österreichischen Langlauf-Mekka ihre glänzende Form unter Beweis. Um acht Hundertstel verpasste die 23-jährige Luzernerin als Dritte ihres Halbfinals die Qualifikation gegenüber der zweitplatzierten Deutschen Victoria Carl den Finaleinzug. In der Qualifikation war die Vierte des Sprints von Dresden und Zweite des 10-km-Rennens letzte Woche in Cogne die zweitschnellste Läuferin gewesen.

Im Halbfinal bekundete sie lange Mühe und lief in den hinteren Positionen. "Ich fühlte mich müde und kam nicht so in den Lauf rein", stellte sie fest. "Ich war dann überrascht, dass ich aus der Zielkurve heraus noch so weit nach vorne kam. Da fehlte mir wohl ein wenig der Glaube, noch ganz nach vorne zu kommen", meinte sie nach ihrem 7. WM-Platz etwas zerknirscht. "Das tut schon weh."

Laurien van der Graaff, die vor einem Jahr in Seefeld den Weltcup-Sprint gewonnen hatte, war bereits im Viertelfinal ausgeschieden. Als Dritte ihres Laufes fehlten ihr 18 Hundertstel zur Halbfinal-Qualifikation. "Ich habe alles versucht", meinte die 31-jährige Davoserin nach ihrem wohl letzten Einzelsprint an einem Grossanlass. Sie habe gewusst, dass sie in den ersten zwei auf die Zielgerade kommen sollte. "Das gelang mir nicht, und da habe ich vielleicht etwas viel Kraft verbraucht."

Im Final blieb der überraschenden Deutschen Carl nur eine Statistenrolle, und auch Fähndrich hätte wohl kaum in den Kampf um die Medaillen eingreifen können. Am Ende gewann die Titelverteidigerin Maiken Caspersen Falla bereits ihren fünften WM-Titel. Die 28-jährige Norwegerin profitierte auch vom Missgeschick der drei Schwedinnen, die sich gegenseitig in die Quere kamen. So kam Falla, die Sprint-Olympiasiegerin von 2014, alleine auf die Zielgerade und lief souverän zum Sieg. Dahinter rettete die aktuelle Sprint-Olympiasiegerin Stina Nilsson für Schweden wenigstens die Silbermedaille. Die Qualifikationsschnellste Maja Dahlqvist fiel hingegen nach ihrem Sturz ans Ende des Feldes zurück.

Klaebo hamstert weiter Medaillen

Johannes Hösflot Klaebo dürfte zur grossen Figur dieser Weltmeisterschaften werden. Das stellte der dreifache Olympiasieger von 2018 und aktuelle Tour-de-Ski-Champion gleich im ersten Rennen unter Beweis. Er kam als Zweiter aus der letzten Abfahrt auf die Zielgerade und übersprintete den Titelverteidiger Federico Pellegrino scheinbar spielend leicht. Der Italiener machte alles richtig - und blieb dennoch chancenlos. Bronze sicherte sich der Russe Gleb Retiwych.

Die Schweizer enttäuschten. Roman Schaad erreichte als 28. als einziger des Swiss-Ski-Quartetts die K.o.-Runden, scheiterte dort aber im Viertelfinal klar. Der stärker eingestufte Jovian Hediger verpasste als 36. die Qualifikation.