Am Ende strahlte Derungs auf dem Podest um die Wette. Ihr gelang ein vorzüglicher Wettkampf. Nach allen drei Final-Läufen führte die Riedikerin. Nörgler mögen sagen, Derungs habe auf der Seiser Alm gewonnen, weil die zwei Siegerinnen der ersten drei Weltcupprüfungen dieses Winters auf den Event im Südtirol verzichteten und diverse Topathletinnen die Teilnahme an den X-Games dem Weltcup vorzogen. Aber: Mit ihrer Punktewertung im besten Final-Run (79,15 Punkte) hätte Derungs vor einer Woche auch in Laax triumphiert.

In Laax lief es Derungs nicht. 0,35 Punkte fehlten für den Final, "mega enttäuscht" verliess sie den Heim-Event. Derungs, zweimalige Olympia-Teilnehmerin, startete in den Winter "mit dem Gedanken im Kopf, dass die Weltmeisterschaften ein schöner Abschluss sein könnten", so Derungs. Womöglich geht sie jetzt nochmals über die Bücher. Denn der Sieg im Südtirol wird ihr Selbstvertrauen verleihen: Vor dem Wettkampf auf der Seiser Alm hatte Derungs das Gefühl, dass sie die Tricks, die es für einen Spitzenplatz bräuchte, nicht auf Lager habe. Jetzt bewies sie sich selber das Gegenteil.

Die Weltmeisterschaften stehen am 9./10. Februar in Park City auf dem Programm - mit Derungs als neuer Medaillenanwärterin. Denn ihre vorherigen zwei Podestplatzierungen im Weltcup lagen schon fünf Jahre zurück.