Ammann bot sich die letzte Chance, am vierten Grossanlass in Folge eine Medaille zu gewinnen. Und er nutzte sie: Nach Gold und Silber in Sapporo 2007, der bronzenen Auszeichnung in Liberec (Tsch) und dem Doppelgold in Vancouver schlug der Toggenburger erneut zu. Mit der Bestweite im 2. Versuch auf 134,5 m arbeitete er sich von Rang 8 nach Halbzeit noch aufs Podest vor. Ammann gewann die 17. nordische Schweizer WM-Medaille, letzten Samstag auf der kleinen Schanze war er Vierter geworden.

Sieger Gregor Schlierenzauer gewann mit Flügen auf 130 und 134,5 m und mit 0,3 Punkten vor dem haushohen Favoriten Thomas Morgenstern (133/131). Der Kärnter Morgenstern hatte an den Olympischen Spielen in Turin mit 0,1 Zählern vor Landsmann Andreas Kofler gewonnen, nun muss er selber mit einer sehr knappen und ärgerlichen Niederlage leben. Schlierenzauer verbaute Morgenstern die Chance, als erster Springer vier Goldmedaillen an einer WM zu gewinnen. Alles andere als ein Sieg Österreichs im Teamspringen vom Samstag wäre eine saftige Überraschung. Das einzige Triple schaffte der exzentrische Finne Matti Nykänen an den Olympischen Spielen 1988 in Calgary.

Schlierenzauer hat eine durchzogene Saison hinter sich und fand erst auf die WM hin wieder zu seiner Topform. Anfangs Winter hatte er sich nach einer Serie mässiger Resultate ins Training zurückgezogen und erlitt in Seefeld eine Bänderzerrung im Knie. Die Vierschanzentournee musste er auslassen. Nach und nach fand er zu alter Stärke zurück und feierte vor drei Wochen beim Skifliegen in Vikersund seinen ersten Saisonsieg.

Andreas Küttel blieb zumindest resultatmässig ein würdiger Abschied verwehrt. Im letzten Wettkampf seiner Karriere schaffte er den Sprung in den zweiten Durchgang nicht. Mit 112 m kam er auf Rang 43. Frühzeitig ausgeschieden ist auch Marco Grigoli. Er wurde 45.

Oslo. WM. Grossschanze. 1. Gregor Schlierenzauer (Ö) 277,5 (130/134,5). 2. Thomas Morgenstern (Ö) 277,2 (133/131).

3. Simon Ammann (Sz) 274,3 (129,5/134,5). 4. Andreas Kofler 269,9 (129,5/134). 5. Matti Hautamäki (Fi) 266,2 (134,5/129). 6. Michael Uhrmann (De) 264,0 (133/129). 7. Anders Bardal (No) 263,8 (133,5/125).8. Martin Koch (Ö) 262,3 (130,5/129,5). 9. Anders Jacobsen (No) 260,7 (134/123). 10. Tom Hilde (No) 259,0 (133,5/128,5). Ferner. 43. Andreas Küttel (Sz) 91,5 (112). 45. Marco Grigoli (Sz) 89,7 (109,5).