Das Podest stand bereits vor der Kür der Eistänzer fest. Russland lief in einer eigenen Kategorie. Die Gastgeber entschieden fünf von acht Teilwettkämpfen für sich. Für einen Erfolg zeichnete Jewgeni Pluschenko verantwortlich. Der dreifache Weltmeister belegte in der Kür unter den Augen von Wladimir Putin Rang 1.

Dank dem Triumph im Teamwettkampf holte "Schenja" auch bei seinen vierten Olympischen Spielen eine Medaille – 2006 hatte er in Turin vor Stéphane Lambiel Gold geholt, 2002 und 2010 sicherte er sich Silber. Neben Pluschenko hat bislang einzig der Schwede Gillis Grafström, der von 1920 bis 1932 dreimal Gold und einem Silber gewann, im Eiskunstlauf viermal auf einem Olympia-Podest gestanden.

Trotz des Sieges in der Kür hat sich jedoch gezeigt, dass es für den 31-jährigen Pluschenko äusserst schwierig werden dürfte, auch in der Einzelkonkurrenz den Sprung in die Top 3 zu schaffen. Der siebenfache Europameister offenbarte am Ende des Auftritts einige Schwächen, drehte den Salchow und den Rittberger nur doppelt. Er klassierte sich nur dank den deutlich höheren Programmkomponenten knapp vor dem kanadischen WM-Fünften Kevin Reynolds, der im Gegensatz zu Pluschenko zwei Vierfache zeigte.

Dass Pluschenko am Ende des Programms abgebaut hat, ist angesichts von zwölf Operationen, der fehlenden Wettkampfpraxis und des fortgeschrittenen Alters nicht erstaunlich. Deshalb stellt sich die Frage, ob sein lädierter Körper zwei weitere Programm zulässt. Dies umso mehr, als das Kurzprogramm in der Männer-Konkurrenz bereits am Donnerstag auf dem Programm steht, die Kür einen Tag später.

Zudem müsste er in der Kür mehr Risiko als gestern eingehen. Dennoch scheint er gewillt, auch im Einzel zu starten. "Das war nur zum Aufwärmen, ich will noch mehr Medaillen. Ich freue mich, gegen die jungen Läufer zu laufen." Zuvor war spekuliert worden, dass der St. Petersburger nach dem Teamwettkampf aufgeben wird.

Neben Pluschenko riss auch die 15-jährige Julia Lipnitskaja die Zuschauer von den Sitzen. Die Europameisterin scheint keine Nerven zu kennen: Wie bereits im Kurzprogramm stellte sie auch in der Kür eine persönliche Bestleistung (141,51, zuvor 139,75) auf. Und dies heisst etwas, hat doch erst die Südkoreanerin Kim Yu-Na eine höhere Punktzahl (150,06) geschafft. Im Eistanz stellten die amerikanischen Weltmeister Meryl Davis/Charlie White (114,34) einen "Kür-Weltrekord" auf.