Kommentar

Ein Zwischentief – oder mehr? Schweizer Tour-Tristesse und der Lichtblick Beda Klee

Beda Klee kann an der Tour de Ski überzeugen – bei den übrigen Schweizer Hoffnungsträger lief es bisher noch nicht nach Wunsch.

Eine schlechtere Bilanz gab es bei der Tour de Ski selten, das Schweizer Langlauf-Team scheint sich in einem Zwischentief zu befinden. Die Hoffnungsträger kamen bisher nicht recht in die Gänge – bei den Weltmeisterschaften in sieben Wochen heisst es zu beweisen, dass es sich nur um ein Zwischentief handelt.

Unser Klaebo heisst Beda Klee. Der junge Toggenburger blieb der einzige Schweizer Lichtblick an der Tour de Ski. Und das Verrückte daran ist, dass Klee weder zur Nationalmannschaft noch zum A-Kader gehört und nicht von Nationaltrainer Ivan Hudac betreut wird. Der 22-jährige B-Kader-Athlet ist ein Schützling von Reto Burgermeister.

Ansonsten herrschte aus Schweizer Sicht Tour-Tristesse pur. Bei den 13 bisherigen Austragungen des bedeutenden Etappenrennens gab es nur 2014 – Toni Livers als Bester auf Rang 31 – eine schlechtere Bilanz. Lediglich zehn Monate nach den erfolgreichen Olympischen Spielen von Pyeongchang befindet sich das Langlauf-Team in einem Zwischentief.

Cologna wird bereit sein

Die Hoffnungsträger von Swiss Ski kommen in diesem Winter nicht in die Gänge. Umso erstaunlicher, als dass vor der Saison doch Zuversicht auf allen Ebenen herrschte. Die Ergebnisse der Leistungstests aller Athleten in Magglingen im Oktober versprachen viel. Am wenigsten Sorgen machen muss man sich trotz des aktuellen gesundheitlichen Rückschlags um Dario Cologna. Der viermalige Olympiasieger ist Meister im Timing seiner Form. Er wird an den Titelkämpfen in Seefeld bereit sein.

Aber der Rest? Bei den Frauen haben bislang weder Nathalie von Siebenthal ihre zwei sechsten Plätze von Pyeongchang noch Sprinterin Laurien van der Graaf ihre fünf Top-10-Plätze des vergangenen Winters bestätigt. Ihre Saison gleicht einem Kampf, die Form zu finden. Und die Hoffnungen bei den Männern – Roman Furger, Roman Schaad, Jonas Baumann, Candide Pralong und Jason Ruesch – stagnieren oder machen gar Rückschritte. Bemerkenswert oft spielten bei ihnen gesundheitliche Rückschläge in letzter Zeit eine Rolle.

Abgerechnet wird erst bei den Weltmeisterschaften in Seefeld in sieben Wochen. Zeit genug, um zu beweisen, dass es sich beim Schweizer Team lediglich um ein Zwischentief handelt. Wenn nicht, muss Swiss Ski grundsätzlich über die Bücher.

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