Hirscher hatte nach dem ersten Lauf 11 Hundertstel vor dem Norweger Henrik Kristoffersen gelegen, und am Ende waren es noch immer 17 Hundertstel, die ihm vom zweitplatzierten Skandinavier trennten. Hirscher hatte es im brutal schweren Zielhang nochmals spannend gemacht, nachdem er bei der letzten Zwischenzeit noch eine halbe Sekunde voraus gelegen hatte. Der sechsfache Weltcup-Gesamtsieger geriet gleich mehrmals zu tief, aber letztlich rettete er dennoch eine geringe Reserve ins Ziel. Insgesamt holte sich der Salzburger seinen 51. Weltcupsieg.

Immer beeindruckender wird Hirschers Serie im Riesenslalom. Von den letzten sieben Rennen in dieser Disziplin gewann er sechs. Wenn er so weitermacht, wird er auch schon bald die Marke von Hermann Maier knacken. 54 Siege zieren dessen Bilanz. In Adelboden steht Hirscher nun mit sechs Siegen zu Buch, drei im Riesenslalom, drei im Slalom.

Durchzogene Schweizer Bilanz in Adelboden

Durchzogene Schweizer Bilanz in Adelboden

Die Schweizer Fahrer mussten sich beim Riesenslalom in Adelboden mit den Rängen 11, 13 und 19 begnügen. Justin Murisier, Gino Caviezel und Elia Zurbriggen ziehen eine gemischte Bilanz ihrer Leistungen.

Bedauernswerter Kristoffersen

Henrik Kristoffersen ist langsam zu bedauern. Der in diesem Winter noch immer sieglose Norweger wurde zum sechsten Mal Zweiter, zweimal war er zudem schon Dritter. Und erneut - wie schon zuletzt in Zagreb - fehlte wenig. Auch der drittplatzierte Alexis Pinturault büsste nicht viel ein. Der Franzose, der im Vorjahr in Adelboden vier Hundertstel vor Hirscher gewonnen hatte, kam bis auf 21 Hundertstel an Hirscher heran.

Bester Schweizer war der Walliser Justin Murisier, der erstmals in der sieben Fahrer umfassenden Top-Gruppe starten konnte. Allerdings konnte er nicht mehr so brillieren wie zuletzt in Alta Badia, wo er als Vierter im Riesenslalom so gut klassiert war wie noch nie. Gegenüber dem ersten Lauf büsste Murisier fünf Positionen ein, was ihn auf Platz 11 abrutschen liess. Die Enttäuschung überwog nach dem Rennen aber nicht: "Nach so einem schlechten Lauf bin ich zufrieden mit Rang 11", sagte Murisier.

Sonnenschein und Bombenstimmung in Adelboden

Sonnenschein und Bombenstimmung in Adelboden

Bei warmen Temperaturen und Sonnenschein genossen am Samstag rund 40'000 Zuschauer den Riesenslalom in Adelboden. Tausende von Schweizer Fahnen und das obligate "Vogel Liesi" sorgten auch dieses Jahr für die legendäre Atmosphäre im Zielgelände von Adelboden.

Auch Caviezel in den Top 15

Der Bündner Gino Caviezel belegte den 13. Schlussrang, womit er sich zum zweiten Mal in dieser Saison in den Top 15 klassierte und die Norm für die Teilnahme an den Olympischen Spielen erfüllte. Elia Zurbriggen belegte Platz 19. Loïc Meillard schied im zweiten Lauf aus.

Wie gewohnt verfolgten in Adelboden Tausende von Zuschauern das Rennen. Möglich machte dies ein Bauunternehmen aus der Region, welches die durch einen Erdrutsch am Donnerstag beschädigte Strasse bis am Samstagmorgen wieder befahrbar machte.

So haben die Fans die Anfahrt nach Adelboden erlebt

So haben die Fans die Anfahrt nach Adelboden erlebt

Nach einer Nachtschicht für die Bauarbeiter konnte die Strassenverbindung von Frutigen nach Adelboden am Samstagmorgen um 6 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden. Tausende von Skifans wurden mit Bussen ins Zielgelände gebracht. Die einen hatten dann doch ein wenig ein mulmiges Gefühl, die anderen haben gar nichts gemerkt von der Notbrücke.

Wettlauf gegen die Zeit für Adelboden

Wettlauf gegen die Zeit für Adelboden

Um den Weltcup durchzuführen, musste die Strasse schnellstmöglich wieder instand gesetzt werden.