Ski-WM
Dominique Gisin hat die Prognosen der Ärzte widerlegt

Nur dreieinhalb Wochen nach ihrer Schienbeinkopf-Fraktur will Dominique Gisin am Donnerstag im WM-Riesenslalom starten. Ihre US-Reise bringt dem Team sowieso Glück.

Martin Probst, Beaver Creek
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Kann wieder lachen: Dominique Gisin startet wider Erwarten an der WM in den USA

Kann wieder lachen: Dominique Gisin startet wider Erwarten an der WM in den USA

Keystone

Am vergangenen Freitag ist Dominique Gisin in Denver gelandet. Mit ihrer Ankunft im US-Bundesstaat Colorado begann für die Schweizer Skifahrerinnen und Skifahrer ein erfolgreiches Wochenende. Am Freitag gewann Lara Gut in der Abfahrt Bronze und am Samstag wurde Patrick Küng Weltmeister, auf dem Podest flankiert von Beat Feuz auf Rang drei. Gisin als Glücksbringerin? «Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal noch früher anreisen», scherzt die 29-Jährige.

Dabei gleicht es einem Wunder, dass die Olympiasiegerin in der Abfahrt von Sotschi überhaupt die Reise in die USA antrat. Vor gut drei Wochen verletzte sich Gisin im Super-G in Cortina d’Ampezzo am rechten Knie. Schon wieder: Die Liste der Verletzungen der Engelbergerin ist lang. Die Diagnose: Schienbeinkopffraktur.

Gemäss Ärzten bedeutete dies eine Pause von mindestens vier bis sechs Wochen. Was gleichbedeutend mit dem WM-Aus war. Doch Gisin wollte dies nicht akzeptieren. «Obwohl mein rechtes Knie nach dem Sturz extrem geschwollen war, hatte ich schon kurz nach dem Unfall keine Schmerzen mehr», sagt sie. Es war der Beginn der Hoffnungen. Cheftrainer Hans Flatscher sagt: «Sobald Dominique Schmerzen hat, müssen wir abbrechen.»

Schmerzfreies Training

Doch die Schmerzen kamen nicht. Sofort begann Gisin mit der Therapie und nahm Kalzium für den Knochenaufbau. In der letzten Woche stand sie in Engelberg erstmals wieder auf den Ski. Die Tests verliefen sehr positiv. «Ich konnte sogar einige Trainingsläufe im Riesenslalom ohne Schmerzen absolvieren», sagt sie. Die anschliessende Untersuchung ergab keine Probleme. Somit war klar: Gisin fliegt in die USA und will es probieren, im Riesenslalom zu starten.

«Ich habe grosses Glück, wie sich die Verletzung entwickelt hat», sagt Gisin. Selbst ihr Vertrauensarzt, der in Beaver Creek nicht dabei ist, aber für sie jederzeit per Telefon erreichbar ist, gab grünes Licht. «Ich werde in den Tagen bis zum Riesenslalom weiter hart und konzentriert arbeiten», sagt Gisin. «Im Moment spricht aber nichts gegen den Start.»
Sollte die Olympiasiegerin im Riesenslalom am Donnerstag starten, wäre es ein nächster Grosserfolg, selbst wenn eine Medaille wohl ausser Reichweite liegt. Denn dann hat sie die Prognosen der Mediziner besiegt.

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