Ski-WM

Die «Zicke Nr. 1» ist eigentlich eine Wildsau

Sie sammelte Edelmetall und wurde zum «Schätzchen der Nation». Jetzt mutierte Lara Gut zur «Zicke Nummer 1». Der Skistar steht mit den Medien auf Kriegsfuss - und tut sich damit gar keinen Gefallen.

Als sie als 16-Jährige auf dem Hosenboden ins Ziel rutschte, kannte sie noch niemand. Doch der rasante Aufstieg von Lara Gut schien schon damals 2008 vorprogrammiert.

Im Winter 2009 war sie dann der Star, das «Schätzchen der Nation», das «17-Jahr-Blondes-Haar»-Wunder. Lara Gut gewann an der WM in Val d'Isere zweimal Silber und avancierte mit ihrem Dauerlächeln zum Liebling der Medien.

Jetzt ist alles anders.

Gut zeigt ihr Lachen schon lange nicht mehr und auch die Medaillen bleiben aus. Dafür sorgt sie seit diesem Jahr neben der Piste für Ärger.

Lara Gut - auf dem Hosenboden ins Ziel

Lara Gut: Auf dem Hosenboden ins Ziel

Zuerst motzte sie über Swiss Ski und Trainer Mauro Pini - ihr ehemaliger persönlicher Trainer hatte die Frechheit, zum Skiverband zu wechseln und dort Cheftrainer zu werden.  Das passte der feschen Tessinerin gar nicht in den Kram.

Auch um die Kleidervorschriften foutierte sich die Blondine, der Verband sperrte sie postwendend.

Und jetzt an der Weltmeisterschaft in Deutschland setzt sie noch einen drauf, verweigert sich nun auch den Medien, beantwortet Fragen schnippisch, sucht hanebüchene Ausreden (etwa: die Piste war «zu einfach»).

Die Moderatoren des Schweizer Fernsehens nahmen Guts Wandlung verdattert zur Kenntnis.

Guts Auftritte in der Öffentlichkeit verwundern, wird sie doch von einer Firma aus dem Hause Ringier (u.a. «Blick») gemanaged. Die Kontroverse erreichte ihren Höhepunkt, als die Boulevardblätter «Blick», «Kronen Zeitung» und «Bild» zum Gegenangriff bliesen und sie zur Zicke Nummer 1 wählten. Spöttischer Kommentar: Immerhin habe sie in dieser Kategorie Gold gewonnen.

Die Allüren der Lara Gut waren aber schon lange vor dem aktuellen PR-Gau ein Thema. Der «Welt» beschied sie bereits an der Weltmeisterschaft 2009, der Zickenvorwurf sei falsch. Sie sei eher eine Wildsau. Damals im Erfolg wurde ihr das nachgesehen, jetzt hat der Wind gekehrt.

Nun kommt zum Frust über die eigenen Leistungen eine kritische Presse. Zum ersten Mal muss sie nun mit Medien umgehen, die sie nicht nur bewundernd beschreiben. Und damit kann sie offenbar saumässig schlecht umgehen.

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