Vier Wochen vor dem Saisonstart in Sölden nahm sich die FIS-Kalenderkonferenz in Zürich den aktuellen Problemen an. Ziel ist, bei den Männern statt wie bisher 80 künftig höchstens 45 bis 50 Fahrer am Start zu haben. Mit dieser Massnahme soll der Weltcup exklusiver gemacht werden.

"Es gibt einen starken Druck vom Fernsehen zu reduzieren", erklärt FIS-Renndirektor Markus Waldner, "durchschnittlich 80 Fahrer am Start, das ist kein Weltcup mehr." Rennen mit deutlich reduzierten Startfeldern hätten organisatorisch grosse Vorteile. Fernsehstationen könnten ihr Produkt besser gestalten und hätten mehr Zeit für Storytelling und Hintergrundberichte. Gleichzeitig soll die zweite Liga wie der Europacup durch ein dynamisches System aufgewertet werden. Erfolgreiche Läufer könnten beispielsweise schon während der Saison in den Weltcup aufsteigen.

Dass Reduktionen auf Weltcup-Ebene für einige Skiverbände schmerzvoll sind, ist Waldner bewusst. "Im ersten Schritt hat man den Rotstift bei den grossen Nationen wie Österreich, Schweiz oder Frankreich angesetzt", erklärt Waldner. "Sie haben schon den Kopf hingehalten. Jetzt muss der zweite Schritt erfolgen, in dem auch die mittleren und kleinen Nationen Plätze verlieren."

Durch welche Massnahmen man die grosse Reduzierung erreiche, müsse nun debattiert werden. Schon in etwa zwei Jahren soll der grosse Schnitt erfolgt sein. Nach Evaluierung über den Winter sollen die nächsten Schritte im kommenden Frühjahr abgesegnet werden.

Ein weiterer Schwerpunkt in Zürich war die Vereinheitlichung der Regeln von Parallelrennen. Derzeit gibt es hinsichtlich der relativ jungen Bewerbe verschiedenste Formate und Regelwerke. Diese sollen so harmonisiert werden, dass 2019/20 bereits unter einheitlichen Bedingungen gefahren wird. Ein Parallel-Einzelrennen steht 2021 in Cortina d'Ampezzo erstmals auch im Rahmen der WM im Programm.