Medaille

Die Curlerinnen des CC Aarau gewinnen EM-Bronze

Die Curlerinnen des CC Aarau: Alina Pätz, skip Silvana Tirinzoni, Esther Neuenschwander und Melanie Barbezat.

Die Curlerinnen des CC Aarau: Alina Pätz, skip Silvana Tirinzoni, Esther Neuenschwander und Melanie Barbezat.

Die Schweizer Curlerinnen kehren von den Europameisterschaften in Helsingborg mit der Bronzemedaille zurück. Das Team des CC Aarau um Skip Silvana Tirinzoni besiegte Russland im Spiel um Rang 3 mit 6:5.

Wenige Stunden nach der 2:3-Niederlage nach Zusatz-End im Halbfinal gegen Schottland siegten die Weltmeisterinnen Melanie Barbezat, Esther Neuenschwander, Skip Silvana Tirinzoni und Alina Pätz im Spiel um Platz 3 gegen Russland nach einem 1:3-Rückstand mit 6:5.

Silvana Tirinzoni persönlich hat nunmehr unmittelbar nacheinander ihre dritte Medaille an EM oder WM gewonnen, jede in einer anderen Farbe. Von allen Skips des Schweizer Frauencurlings weist nur Mirjam Ott einen kompletten Medaillensatz von internationalen Titelkämpfen vor; sie, die erfolgreichste Schweizer Curlerin der Geschichte, sogar in dreifacher Ausführung.

In ihren beiden Spielen am vorletzten Wettkampftag der EM hatten die Schweizerinnen allergrösste Mühe, den Vorteil des letzten Steins gewinnbringend zu nutzen und die Gegnerinnen mit zwei oder mehr Punkten pro End unter Druck zu setzen. In beiden Partien gelang es den Curlerinnen des CC Aarau kein einziges Mal. In den Round-Robin-Spielen dagegen waren ihnen Zweier- und Dreier-, bisweilen Viererhäuser zuhauf geglückt, nämlich insgesamt 26 in den neun Spielen.

Dass sie dennoch eine Medaille holten, verdankten die Schweizerinnen für einmal ihrer Fähigkeit, Ends zu stehlen, also ohne Vorteil des letzten Steins zu punkten. Ab dem 6. End im Match gegen die Russinnen stahlen sie drei Steine in Folge, wodurch ihnen die Wende vom 1:3 zum 5:3 gelang. Im 10. End, beim Stand von 5:5, bereinigte Alina Pätz die letzte heikle Situation mit einem Doppel-Takeout.

Niederlagen nur gegen Schottland

Die Schottinnen, angeführt von der früheren Weltmeisterin und zweifachen Europameisterin Eve Muirhead, sind das einzige Team, gegen das die Schweizerinnen in Helsinborg verloren haben. In der Round Robin lautete das Ergebnis 8:9, und der Halbfinal ging ebenso knapp aus.

Die Schweizerinnen gingen im Halbfinal darauf aus, Risiken zu vermeiden. Sie warteten geduldig auf ihre Chance, um den Vorteil des letzten Steins, mit dem sie dank ihrem 1. Platz in der Round Robin in den Match gestiegen waren, in ein Zweierhaus oder ein noch grösseres Haus umzumünzen. Aber die Schottinnen - wie eben später auch die Russinnen - liessen kein solches zu. Und so kippte der Match, als Muirheads Team im 8. End einen Stein zum 2:1 stahl.

Eine Art Catenaccio

Ein 3:2 ist im Curling ein ungewöhnlich niedriger Score. Es ist in der Geschichte der 61 WM- und 45 EM-Turniere sogar der zweitniedrigste in einem Halbfinal oder einem Final. Den heute noch gültigen Rekord stellte das Lausanne-Riviera-Quartett des legendären Skips Jürg Tanner beim 2:1-Sieg im WM-Final 1981 gegen die USA (Bob Nichols) auf.

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