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Der Spielverderber – Clément Noël stoppt die österreichische Siegesserie

Sieger Clément Noël.

Sechs von sechs Rennen im Jahr 2019 hatten Österreicher gewonnen. Im siebten Rennen, dem Slalom in Wengen, siegte Clément Noël. Und der ist Franzose.

Den erfolgsverwöhnten Männern aus Österreich blieb für einmal nur die Rolle der ersten Gratulanten. Marcel Hirscher auf Rang drei und Manuel Feller auf Rang zwei wurden gestern geschlagen von einem Franzosen: Der 21-jährige Clément Noël feierte in Wengen seinen ersten Weltcupsieg. Alle sechs Rennen zuvor in diesem Jahr endeten mit dem Sieg eines Österreichers. Der Erfolg von Noël kommt aber nicht überraschend. Der junge Franzose ist ein begnadeter Techniker und belegte bereits vor einer Woche in Adelboden Rang zwei hinter Sieger Hirscher. Es war dies sein erster Podestplatz im Weltcup. «Die Schweiz gefällt mir ganz offensichtlich gut», sagt Noël.

Für die Österreicher endete eine eindrückliche Siegesserie. Für die Schweizer geht das Warten hingegen weiter. Seit 20 Jahren gab es im Slalom in Wengen keinen Podestplatz eines Einheimischen mehr. 1999 fuhr Michael von Grünigen als bisher letzter Schweizer auf Rang zwei. Gestern kam Daniel Yule den Top 3 als Fünfter nahe. Der 25-Jährige, der kurz vor Weihnachten in Madonna di Campiglio eine über 11-jährige Serie ohne Schweizer Slalomsieg beendete, verpasste ein besseres Resultat in Durchgang eins. Mit der drittbesten Laufzeit in Durchgang zwei stiess er von Rang acht nur noch um drei Positionen nach vorne. «Ich bin in allen sechs Slaloms in dieser Saison in die Top 10 gefahren. Wenn ich immer so fahre wie im zweiten Lauf, liegt das Podest bald wieder drin», sagt Yule.

Ein künftiger Weltmeister

Zurück zu Clément Noël. Seriensieger Marcel Hirscher sagt: «Wenn der so weitermacht, kann er im Februar Weltmeister werden.» Hirscher nervte sich über zu viele Fehler in Durchgang eins: «Nach 15 Jahren im Weltcup darf mir so etwas nicht mehr passieren.» Am Ende fehlten ihm nur zehn Hundertstel zum Sieg. Manuel Feller lag acht Hundertstel hinter dem Sieger: «Gemessen daran, dass ich noch am Donnerstag krank im Bett gelegen bin, darf ich sehr zufrieden sein.»

Von den weiteren Schweizern konnte keiner restlos überzeugen. Ramon Zenhäusern schied in Durchgang eins aus. Loïc Meillard stiess in Durchgang zwei von Rang 18 auf Position 11 vor. Luca Aerni fuhr auf Rang 26. Ein kleines Erfolgserlebnis gab es für Reto Schmidiger. Der 26-Jährige holte mit der Startnummer 39 seine ersten Weltcuppunkte in dieser Saison. Er klassierte sich auf Rang 24.

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