Fast wäre der Poker aufgegangen: Hannes Reichelt schwänzte die Startnummernvergabe am Freitag und musste darum als 46. in die Abfahrt starten. Oder besser: er durfte. Der Österreicher hoffte, dass die Prognosen eintreffen würden und sich das Wetter im Verlauf des Rennens verbessert. Und tatsächlich wurden die Bedingungen für die hohen Nummern besser und Reichelt war bei der ersten Zwischenzeit vier Hundertstel schneller als Sieger Kjetil Jansrud.

Dann aber zerstörte ein Fahrfehler seine Hoffnungen. Reichelt geriet in den Neuschnee neben der Piste und wurde gebremst. Nur Rang 29 war es so am Ende. „Ich wusste, dass die Nummer eins aufgrund des Schneefalls keine Chance haben würde“, sagt Reichelt. „Und ich habe mich erinnert, dass Bode Miller einst den Trick mit den Startnummern anwendete, um später zu starten.“

Die Regeln ausgenutzt

Wie funktioniert dieser Trick? Nach aktuellem Reglement dürfen die besten zehn Fahrer in der Weltcupstartliste der Reihe nach eine ungerade Startnummer zwischen 1 und 19 wählen. Reichelt belegte Position 10 und hätte als letzter wählen müssen, was übrig blieb. Und das ist fast immer die Nummer eins. Darum schwänzte er die Vergabe und wurde gemäss Reglement nach hinten versetzt. Hinter die Nummer 45. Und fast hätte es sogar funktioniert und Reichelt wäre der Held gewesen.

Übrigens: Reichelt ist ein scharfer Kritiker des aktuellen Systems der Startnummernvergabe. Es war für ihn darum auch eine ideale Gelegenheit, gegen das Modell der Nummernwahl zu protestieren.