Rücktritt

Der eine Sturz zu viel: Ex-Weltmeister Patrick Küng verabschiedet sich von der grossen Bühne

Was am Morgen schon durchsickerte, ist nun offiziell: Skirennfahrer Patrick Küng beendet seine Karriere. Der 35-Jährige wurde 2015 Abfahrts-Weltmeister, vorher und nachher hatte er oft mit Verletzungen zu kämpfen.

Den Entschluss zum Rücktritt beschleunigt hat die Hirnerschütterung, die Küng in der vergangenen Woche bei einem Sturz im zweiten Training für die Lauberhorn-Abfahrt erlitten und die ihn zu einer neuerlichen Pause gezwungen hatte.

Die grosse Kehrtwende in Küngs Karriere hatte ihren Ursprung in der entzündeten Patellasehne im linken Knie. Die Probleme hatten im Juli 2015 begonnen und Küng im darauffolgenden Januar veranlasst, die Saison vorzeitig zu beenden. Auf den Winter 2016/17 kehrte er guten Mutes zurück im Glauben, dereinst mit den Besten wieder mithalten zu können.

Es blieb ein Wunschgedanke und bei gelegentlichen resultatmässigen Ausreissern nach oben - so etwa an den Weltmeisterschaften vor zwei Jahren in St. Moritz, an denen er als Titelverteidiger in der Abfahrt Vierter wurde und den Gewinn der Bronzemedaille um lediglich zwei Hundertstel verpasste.

Mehrheitlich aber vermochte Küng den eigenen Ansprüchen nicht mehr gerecht zu werden. Verantwortlich dafür waren primär Probleme bei der Materialabstimmung. Küng verlor das gute Gefühl auf den Ski - und damit auch den Spass und vor allem die Sicherheit.

Küng suchte nach Lösungen - und hoffte sie mit dem auf diesen Winter vollzogenen Ausrüsterwechsel von Salomon zu Fischer gefunden zu haben. Auch das war ein Trugschluss. Gute Ergebnisse blieben aus. Der 17. Platz in der Abfahrt von Ende November in Beaver Creek blieb sein Bestergebnis.

Neben dem WM-Titel gewann Küng zwei Weltcup-Rennen. Im Dezember 2013 entschied er in Beaver Creek den Super-G für sich, einen guten Monat später siegte er in der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen. Im Weltcup stand er drei weitere Male auf dem Podium.

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