Langlauf

Dario Cologna: «Mein Appetit ist sicher noch nicht gestillt»

Dario Cologna will noch weitere Medaillen.

Dario Cologna will noch weitere Medaillen.

Eine Goldmedaille hat Dario Colgona an der Weltmeisterschaft in Val di Fiemme schon gewonnen. Doch der Bündner hat noch nicht genug. «Mein Appetit ist sicher nicht gestillt. Ich habe im Skiathlon gute Signale erhalten», sagt Cologna. Die Form stimme.

Dario Cologna, hatten Sie schon Zeit, Ihren Triumph zu feiern?

Dario Cologna: Nach der Medaillenfeier haben wir im Teamhotel im kleinen Kreis darauf angestossen. Um Mitternacht war aber Schluss. Es wird sicher mal noch Gelegenheit geben, ausgiebiger zu feiern.

In Ihrer Heimat wird sicher schon ein Fest organisiert.

Ich nehme auch an, dass es etwas geben wird – spätestens nach dem Ende der Saison. An meinem Wohnort Davos wollten sie schon vor der WM einen Termin dafür abmachen. Da musste ich zur Zurückhaltung mahnen. Feiern sollte man nicht planen, bevor auch wirklich etwas gewonnen ist.

Haben Sie viele Reaktionen von zu Hause erhalten?

Ja. Nach einem Weltcupsieg sind es inzwischen nicht mehr so viele wie beim ersten Mal, aber diesmal habe ich viele Glückwünsche und Gratulationen erhalten. Bundespräsident Ueli Maurer hat mir schon gleich nach dem Rennen telefonisch gratuliert.

Nach Ihrem Olympiasieg in Vancouver wurden Sie vom Rummel etwas überwältigt. Konnten Sie Ihre Goldmedaille diesmal etwas bewusster geniessen?

Genossen habe ich es bereits damals. Aber es ist für mich schon ein grosser Sieg. Insbesondere, nachdem im Vorfeld so viel von der fehlenden WM-Medaille gesprochen worden war.

Welche Eindrücke vom Samstag sind Ihnen noch besonders präsent?

Es sind primär Bilder aus dem Rennen, vor allem aus der letzten Runde. Und dann natürlich von den letzten Metern vor dem Ziel, als ich wusste, dass der Sieg perfekt war.

War Ihnen in diesem Moment bewusst, dass Sie der erste Schweizer Langlauf-Weltmeister sind?

Das war nicht mein erster Gedanke, obwohl ich schon gewusst hatte, dass das noch niemand geschafft hat. Ich bin natürlich stolz, dass mir das nun gelungen ist. Aber es wurde auch Zeit, dass es einmal einen Weltmeister aus der Schweiz gibt. Die Langlauf-Geschichte in unserem Land sieht eher bescheiden aus, da braucht es nicht so viel, um etwas Historisches zu schaffen.

Ihr Kollege Curdin Perl war am Samstag sehr enttäuscht über Ihren Entscheid, auf den Teamsprint mit ihm zu verzichten. Haben Sie inzwischen nochmals darüber gesprochen?

Ja, das haben wir. Wir haben auch wieder zusammen trainiert. Ich verstehe, dass er enttäuscht war, das wäre ich an seiner Stelle auch gewesen. Er hätte im Teamsprint wohl die besten Medaillenchancen gehabt, aber ich halt nicht. Das versteht er auch.

Hat die Goldmedaille nun den Appetit auf mehr geweckt?

Mein Appetit ist sicher nicht gestillt. Ich habe im Skiathlon gute Signale erhalten: Ich weiss, dass meine Form gut ist, und ich freue mich auf die weiteren Wettkämpfe. In Vancouver war die Situation nach meinem Olympiasieg gleich zum Beginn allerdings ähnlich, und dann blieb es bei einer Medaille. Auch wenn die Form gut ist, muss in jedem Rennen wieder von Neuem alles zusammenpassen.

Können Sie sich nun von den Emotionen nach Ihrem Sieg tragen lassen oder müssen Sie aufpassen, dass Sie rechtzeitig den Fokus aufs nächste Rennen finden?

Ich habe hier im Teamhotel die nötige Ruhe, um mich auf die kommenden Einsätze zu konzentrieren. Am Montag steht ein lockeres Training auf dem Programm, und am Dienstag beginnt dann schon die Vorbereitung mit den Skitests für das 15-km-Rennen vom Mittwoch.

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