Langlauf

Cologna von Reizhusten geplagt - Klaebo vor Gesamtsieg

Dario Cologna wird die diesjährige Tour de Ski neben dem Podium beenden

Dario Cologna wird die diesjährige Tour de Ski neben dem Podium beenden

Dario Cologna droht das vorzeitige Ende der Tour de Ski. Der vierfache Olympiasieger erleidet nach dem 15-km-Lauf im Val di Fiemme einen Reizhustenanfall, dessen Heftigkeit überrascht.

Wenn anstelle des Athleten der Team-Arzt vor den Medien auftaucht, verhiesst dies in der Regel nichts Gutes. Patrik Noack, auch als leitender Mediziner der Schweizer Delegation an den Olympischen Spielen bekannt, betreut Dario Cologna schon seit einem Jahrzehnt. Der Arzt kennt Colognas Problematik mit dem Reizhusten, auch Kälteasthma genannt, bestens.

"Ich bin negativ überrascht, dass der Anfall so heftig auftrat. Ich habe dies so nicht erwartet", sagte Noack. Er ging davon aus, die seit längerem bestehende Schwäche von Cologna im Griff zu haben. Kalte und trockene Luft reizen die Atemwege. Zahlreiche Athleten husten nach den Rennen, insbesondere nach den Sprints. Um das Asthma oder dessen Auswirkungen zu lindern, darf bis zu einem gewissen Grad mit Medikamenten gearbeitet werden. Bei Cologna ist aber die Grenze dessen, was erlaubt ist, bereits erreicht.

Das Problem liegt nicht im Reizhusten allein. Dieser legt sich nach einer gewissen Zeit und tritt im Gegensatz zu früher bei Cologna in der Nacht nicht erneut ein. Aber unter der Anstrengung des Hustens leidet die Erholung: Die Muskulatur verspannt sich, Kraft geht verloren, mental versetzt einem das ständige Husten einen Dämpfer.

Nach dem Vorfall vom Samstag schient sogar möglich, dass der vierfache Tour-de-Ski-Sieger Cologna am Sonntag nicht mehr zum Finale mit dem Anstieg zur Alpe Cermis antreten wird. Der Entscheid fällt erst am Sonntagmorgen.

Im Gesamtklassement hegt der Titelverteidiger keine Ambitionen mehr. Cologna überzeugte in der vorletzten Etappe, einem 15-km-Lauf im klassischen Stil mit Massenstart, nicht. Bis zu einem Sturz kurz vor Rennhälfte lief der 32-jährige Bündner in der Spitzengruppe. Danach riss der Faden. Letztlich beendete der Bündner das Rennen mit 1:05 Minuten Rückstand auf den Tagessieger und Overall-Leader Johannes Hösflot Klaebo. Der Abstand zum Podium wuchs vor dem Aufstieg zur Alpe Cermis auf 2:16 Minuten an.

Klaebo überraschte

Wider Erwarten steht der junge Norweger Johannes Hösflot Klaebo vor dem Gesamtsieg der Tour de Ski. Nach Oberstdorf hätte auch Cologna noch auf Sergej Ustjugow getippt. Doch der Russe brach am Samstag ein. Der 26-Jährige lief erst 42 Sekunden nach Klaebo im Ziel ein, womit sein Rückstand vor der Schlussetappe auf 1:20 Minuten anwuchs.

Ustjugow, der Sieger von 2017, muss sich nun gegen hinten orientieren. Der Teamkollege Alexander Bolschunow, der die vorletzte Etappe im Val di Fiemme hinter Klaebo und dem Einheimischen Francesco de Fabiani im 3. Rang beendete, liegt nur noch 20 Sekunden hinter ihm.

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