Carlo Janka, im Vergleich zum Vorjahr verlief diese Saison nicht überwältigend, aber die Tendenz zeigt nach oben?

Carlo Janka: Alles läuft plangemäss. Nach der Wettkampfpause während Chamonix sind mir in der WM-Hauptprobe in Hinterstoder zwei gute Resultate zum richtigen Zeitpunkt gelungen: 3. und 4. Rang. Jetzt nehme ich die WM mit gestärktem Selbstvertrauen in Angriff.

Sie scheinen sich in einer besseren Verfassung zu befinden als vor der Pause?

Nach der ersten Wettkampfpause im Dezember während Bormio klappte der Formaufbau mit den Rennen in Adelboden und in Wengen recht gut. Doch gabs nach Adelboden keine Riesenslaloms mehr, weshalb wir im Januar eine weitere Pause einschalteten. Jetzt sieht es nicht schlecht aus. Ich bin zuversichtlich, die zwei WM-Wochen kräftemässig durchzustehen.

Was machten Sie während der Pause?

Die ersten drei, vier Tage ruhte ich mich nur aus. Anschliessend baute ich mich im konditionellen Bereich auf. Danach trainierte ich in Österreich vier Tage auf Schnee, bei ausgezeichneten Bedingungen, je zwei Tage Riesenslalom und Super-G.

Sie wurden neben Didier Cuche und Silvan Zurbriggen für die Abfahrt gesetzt, obwohl sie bisher «nur» einen 3. Rang erreichten.

Damit gerechnet habe ich nicht, aber darauf gehofft. Ich gebe im Training nicht gerne Vollgas und gehe es lieber gemütlich an. Deshalb bin ich dankbar und froh über diesen Trainer-Entscheid.

Im letzten Jahr gewannen sie in Garmisch zwei Weltcuprennen, Riesenslalom und Abfahrt – ein gutes Omen?

Das ist sicher kein Nachteil. Ich erlebte im letzten Jahr während des Weltcup-Finals eine Super-Woche. Die Piste liegt mir. Wenn der Schnee ebenfalls passt, erzeugt das ein gutes Gefühl. Dieses nehme ich mit.

Die einzige Disziplin, die letztes Jahr nicht optimal lief, war der Super-G: 11. Rang. Mit diesem eröffnen Sie heute ihr WM-Programm. Woran haperts noch im Super-G?

Der Super-G ist bei mir und generell eine Überraschungsdisziplin. Es ist schwierig, konstant zu fahren, und braucht enorm viel, vorne dabei zu sein. Ab und zu gelingts mir, aber zu selten. Aber wenn es passt, ist alles möglich. Ich hoffe, dass es in Garmisch so sein wird. Im letzten Jahr war der Super-G-Tag der einzige mit schlechtem Wetter. Das mag ich nicht – für heute schaut es aber doch viel besser aus.