Olympia
Bode Miller verteidigt Reporterin, die ihn zum Weinen brachte

Nach Bronze im Super-G wurde der Amerikaner Bode Miller im Zielraum von der NBC-Reporterin Christin Cooper zu seinem verstorbenen Bruder befragt – bis er zusammenbrach und weinte. Über Twitter wurde Cooper beschimpft. Miller nimmt sie in Schutz.

Martin Probst, Sotschi
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Heulender Bode Miller.

Heulender Bode Miller.

Keystone

Es war eine emotionale Medaille für Bode Miller. Im Super-G am Sonntag gewann der 36-jährige Amerikaner Bronze und widmete die Medaille seinem verstorbenen Bruder.

Chelone Miller war im letzten Jahr unerwartet im Alter von nur 29 Jahren verstorben. Der Snowboarder wollte eigentlich zusammen mit Bode an den Olympischen Spielen in Sotschi teilnehmen.

Als Miller nach dem Super-G durch die Interview-Zone lief, wurde er von der NBC-Reporterin Christin Cooper angehalten. Die ehemalige Skifahrerin befragte den Amerikaner nach seinem Bruder. Miller antwortete mit einem kurzen Satz, doch Cooper hakte nach. So lange, bis Miller in Tränen ausbrach und zusammenbrach.

Das Interview wurde vom Sender NBC in der Folge ausgestrahlt. Als Reaktion hagelte es Kritik. Ein regelrechter «Shitstorm» brach über Cooper auf Twitter ein.

Miller zeigte kurze Zeit später Grösse und schrieb an die Twitter-Gemeinde. «Ich schätze, dass Ihr Euch für mich einsetzt. Aber bitte seit nett zu Christin Cooper. Es war sehr emotional und nicht ihr Fehler.» Später ergänzte er: «Sie hat gefragt, was jeder Interviewer gefragt hätte. Sie wollte mir nicht wehtun.»

Miller zeigt damit wahre Grösse.