«Wenn das Material stimmt, gewinnt in dieser Disziplin normalerweise der Stärkste», sagt Dario Cologna vor dem heutigen 15-km-Skatingrennen. Dieses erfolgt in Einzelstart, weshalb für taktische Spielereien wenig Platz bleibt. Im Unterschied zu Massenstartrennen gilt es, von Beginn an einen möglichst hohen Rhythmus anzuschlagen und diesen bis ins Ziel durchzuziehen.

Nachdem sich Cologna auf dem Weg zu seinem Triumph vom Samstag im Skiathlon als der klar stärkste Mann im Feld erwies, geht der 26-jährige Bündner erneut als Topfavorit ins Rennen. Im Weltcup hat Cologna zwar noch nie ein Einzelstart-Rennen in der freien Technik gewonnen, doch das hat wenig zu bedeuten: 15 km Skating ist jene Disziplin, in der er 2010 in Vancouver Olympiasieger wurde.

Auch bei der WM-Hauptprobe vor zehn Tagen in Davos fehlte nicht viel, als der Lokalmatador einzig Johan Olsson den Vortritt lassen musste. Der Schwede zählt auch im Val di Fiemme zu den meistgenannten Favoriten neben Cologna. Zu den weiteren Herausforderern des Skiathlon-Weltmeisters gehört eine ganze Gruppe von Athleten. Den Finnen Matti Heikkinen, der in Oslo über die gleiche Distanz in der klassischen Technik gewann, darf man ebenso wenig ausser Acht lassen wie Tour-de-Ski-Sieger Alexander Legkow (Russ), Skiathlon-Olympiasieger Marcus Hellner (Sd) oder Maurice Manificat (Fr).

Nicht zu vergessen die Norweger mit jenen drei Athleten, die sich am Samstag über 30 km unmittelbar hinter Cologna einreihten: Martin Johnsrud Sundby, Sjur Röthe und – Petter Northug. Letzterer hatte lange offengelassen, ob er heute antritt. Dass er sich gestern für einen Start entschieden hat, kann nur eines bedeuten: Northug fühlt sich dazu in der Lage, eine Medaille zu gewinnen.

Doch auch das Schweizer Team verfügt neben Cologna über einen weiteren Mann, der im Kampf um die ersten zehn Plätze ein Wörtchen mitreden will. Für Remo Fischer, der klare Vorlieben für Einzelstart-Rennen und die Skating-Technik hat, ist der heutige Wettkampf der unbestrittene Saisonhöhepunkt. Der 31-jährige Zürcher Oberländer hat sich darauf in einem dreiwöchigen Höhentrainingslager in Davos mit Übernachtung auf dem Jakobshorn gezielt vorbereitet. Mit Curdin Perl und Toni Livers haben auch die beiden anderen Schweizer Teilnehmer das Potenzial, um mindestens in die ersten 15 zu laufen.