Skiing in the USA
Bestellt und nicht abgeholt

Die amerikanischen Skikönige Bode Miller und Ted Ligety wurden an der Heim-WM wegen der Verschiebung des Damen-Trainings gestern Montag über eine Stunde sitzen gelassen. Doch das lassen sich solche Stars nicht bieten.

Martin Probst
Martin Probst
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Im internationalen Zentrum der Interesse und dann wird man sitzen gelassen - da fehlten Bode Miller für einen Moment doch die Worte. (Archivbild)

Im internationalen Zentrum der Interesse und dann wird man sitzen gelassen - da fehlten Bode Miller für einen Moment doch die Worte. (Archivbild)

Keystone

Manchmal gehen Kinder im Kinderparadies vergessen und manchmal sogar Superstars in den Bergen. Bode Miller und Ted Ligety, zwei der besten Skifahrer der Gegenwart, waren pünktlich im Pressezentrum in Beaver Creek erschienen. Eigentlich sollte mit den US-Skifahrern eine Pressekonferenz stattfinden. Eigentlich. Denn das Abfahrtstraining der Frauen wurde wegen Wind immer wieder verschoben. Und so war die Presseverantwortliche des US-Teams, Megan Harrod, nicht da.

Was nun? Fast wie Kinder, die von ihren Eltern im Kinderparadies vergessen wurden, standen Miller und Ligety da und blickten ungläubig in die Runde: Bestellt und nicht abgeholt. Immerhin wollte ein Journalist der ARD ein Autogramm, aber sonst kümmerte sich niemand um die beiden. Etwas verlegen schauten sich Miller und Ligety geduldig das Training der Frauen im TV an.

Erst als Cheftrainer Sasha Rearick die Initiative ergriff und seine Stars ins Verpflegungszelt führte, wurde die Sache konkreter. Aber gelöst war das Problem noch lange nicht. Denn zuerst wollte noch der Internationale Skiverband FIS seine Pressekonferenz abhalten, gefolgt von den TV-Stationen, die von der WM berichten. So zog es sich in die Länge. Und Miller und Ligety verloren langsam aber sicher die Geduld. Eine Stunde warten war genug.

Kurzerhand stürmten die US-Superstars in die laufende Medienkonferenz der TV-Stationen, die gerade über die Grossartigkeit der Übertragung sprachen, und beendeten die Erzählungen der TV-Macher. Ganz nach dem Motto: Hier sind wir, fertig jetzt. Wie Schulbuben, die beim Rauchen auf der Toilette erwischt wurden, schlichen die Herren vom ORF und Co. von dannen. So schnell ändern sich die Rollen. Aus den bestellten und nicht abgeholten Kindern wurden innert Sekunden wieder Stars. Die Rollen waren gefunden. Die Show der Skifahrer konnte endlich losgehen.