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Beat Hefti holt in St. Moritz den zweiten Weltcup-Sieg in Serie

Beat Hefti und Alex Baumann auf dem Weg zum Sieg in St. Moritz.

Beat Hefti und Alex Baumann auf dem Weg zum Sieg in St. Moritz.

Beat Hefti und Anschieber Alex Baumann erobern im Zweier den zweiten Weltcup-Sieg in Serie. Für Hefti ist es der 15. Weltcup-Sieg seiner Piloten-Karriere, der erste auf der Heim-Bahn in St. Moritz.

Das Appenzeller Zweierbob-Duo Beat Hefti/Alex Baumann befindet sich in Hochform. Die beiden konnten mit dem kleinen Schlitten auch das zweite Weltcup-Rennen im neuen Jahr gewinnen.

Eine Woche nach Rang 1 in Winterberg (De) war Hefti auch beim Heim-Anlass in St. Moritz nicht zu schlagen. Er bejubelte eine Premiere. Es ist das erste Mal, dass Hefti am Standort St. Moritz in einem bedeutenden internationalen Wettkampf triumphieren konnte. In der jüngeren Vergangenheit hatte er sich auf dem Engadiner Natureis mehrmals mit 2. Plätzen begnügen müssen; so auch vor einem Jahr im Rahmen der letzten Weltmeisterschaften.

Entsprechend erleichtert zeigte sich Hefti, nachdem er den Bann gebrochen hatte: "Es ist unbeschreiblich schön. Auf diesen Heim-Sieg haben wir seit Jahren hingearbeitet. Heute ist endlich alles aufgegangen." Er feierte im Zielraum ausgelassen – im Beisein seiner Frau und seinen beiden kleinen Töchtern.

Hefti steht inzwischen bei 15 Weltcup-Siegen als Pilot, deren vier hat er mit Alex Baumann erzielt. Der Anschieber, der für den rekonvaleszenten Thomas Lamparter in die Bresche gesprungen ist, bewährt sich von Woche zu Woche. Hefti und Baumann befinden sich auf einem Höhenflug. Es erstaunt nicht, dass sie sich kürzlich darauf geeinigt haben, noch bis mindestens 2016 gemeinsame Sache zu machen.

Widrigkeiten getrotzt

Es passte alles zusammen. Im Final-Durchgang knackten Hefti/Baumann den Startrekord, dem Pilot gelangen zwei saubere Fahrten und auch im Material-Bereich hatte sich das Team dank der Unterstützung des erfahrenen Mechanikers Hansueli Schiess ideal auf die schwierigen Bedingungen am "Olympia Bobrun" eingestellt. Die Strecke präsentierte sich nicht in allerbestem Zustand. Den Bahn-Verantwortlichen machten die verhältnismässig hohen Temperaturen schwer zu schaffen.

In den Trainings war Hefti mit den speziellen Umständen nicht immer zurecht gekommen. Anfang Woche bekundete er bei der Linienwahl noch Mühe. Er hatte nicht den Vorteil, dass er die Strecke bereits Ende Dezember anlässlich der Schweizer Meisterschaften hatte testen können, weil er auf jene Titelkämpfe freiwillig verzichtete. In Zusammenarbeit mit den Bahn-Trainern bekam er die heiklen Passagen dann immer besser in den Griff. Auf das Rennen hin wurden die richtigen Korrekturen vorgenommen.

Im ersten Lauf schuf sich Hefti mit Platz 2 eine optimale Ausgangslage, die er mit Bestzeit im Final-Durchgang perfekt nutzen konnte. Die zehn Hundertstel Rückstand auf den deutschen Weltmeister und Halbzeit-Leader Francesco Friedrich machte er locker wett. "Wir hatten vor der Entscheidung gewusst, dass wir nochmals voll angreifen müssen", so Hefti. Friedrich fiel noch hinter den Russen Alexander Subkow auf Schlussrang 3 zurück.

Die funktionierende Kooperation mit den Coaches, eine gewisse Lockerheit und der Spirit innerhalb seiner Crew stimmen Hefti zuversichtlich für die nächsten Wochen. Abheben tut der 35-Jährige jedoch nicht: "Die wichtigsten Rennen in dieser Saison kommen erst noch", ist er sich mit Blick auf Olympia in Sotschi bewusst. Am Schwarzen Meer will er eine Medaille erobern. Zumindest in seiner Parade-Disziplin Zweier sind die Aussichten hervorragend.

Rico Peter nähert sich Sotschi an

Auch der zweite Schweizer Steuermann konnte am Samstag ein Erfolgserlebnis verbuchen. Rico Peter erfüllte mit Platz 12 zu zwei Dritteln die Limite für Sotschi. Durch eine klare Steigerung im Final-Durchgang hielt er die Olympia-Hoffnungen am Leben. Bei letzter Gelegenheit in Igls (Ö) muss er nun eine weitere Top-12-Klassierung abliefern, um die Selektions-Kriterien vollumfänglich zu erfüllen. Trotz dem Aufsteller war Peter mit der Vorstellung in St. Moritz nur bedingt zufrieden. Er ärgerte sich über den verpatzten ersten Lauf.

Bezüglich Igls ist seine Zuversicht verhalten. Peter mag die oberhalb von Innsbruck gelegene Strecke nicht sonderlich, weil sie einen mittelmässigen Starter wie ihn benachteiligt. In der Person von Thomas Amrhein steht ihm im Moment ein starker Bremser zur Verfügung, der für eine gute Abgangs-Geschwindigkeit garantiert.

Um den Sack zumachen zu können, würde er aber wohl noch mehr Anschub-Power benötigen. Fragt sich bloss, ob es ihm gestattet sein wird, die Hilfe eines Top-Mannes wie Alex Baumann oder Thomas Lamparter in Anspruch zu nehmen. Die Team-Besetzungen werden im Schweizer Lager bis Sotschi für Diskussionsstoff sorgen - erst recht, wenn Thomas Lamparter sein Comeback gibt.

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