Im Interview mit der Nachrichtenagentur sda sprach der 31-jährige Berner über seine erfolgreiche Lösungssuche am Tag vor der letzten Saison-Abfahrt, über das "brutale Duell" mit dem Norweger Aksel Lund Svindal und über seine traumhafte Saison.

Beat Feuz, das einzige Training am Dienstag in Are lief Ihnen gar nicht nach Wunsch. Von einem sicheren Podestplatz konnten Sie danach nicht ausgehen, oder?

"Definitiv nicht. Ich fühlte mich nicht wirklich wohl. Die Verhältnisse kamen mir eher nicht entgegen, es war recht weich. Auch in den Kurven wollte das Ganze nicht so recht passen. Dabei versuchte ich, in diesem Training schnell zu sein."

Waren Sie also sogar beunruhigt?

"Es kam eben noch dazu, dass ich vor zwei Wochen auf dieser Piste schon trainieren konnte. Damals fühlte ich das Gleiche. Die Verhältnisse waren ähnlich, und ich war ebenfalls nicht schnell. Da fängt man dann schon an, ein bisschen nachzudenken und eine Lösung zu suchen."

Und wie sah diese aus?

"Natürlich habe ich dann am Dienstag noch brav Videos (der Fahrten von einigen seiner Konkurrenten wie Aksel Svindal - Red.) geschaut. Da sah ich dann auch, dass noch einiges möglich ist. Aber diese Erkenntnisse muss man dann zuerst immer auch noch umsetzen können."

Über alle zehn Abfahrten inklusive Olympia lagen Sie und Aksel Lund Svindal extrem nahe beieinander. Ging dieses Duell an Ihre Nerven?

"Jedes Mal, wenn ich dachte, dass Svindal an einem Ort vielleicht nicht so stark sei, zeigte er mir, dass dem nicht so ist. Umgekehrt war es genauso. Obwohl ich mich nicht überall wohl gefühlt habe, war ich dann im Rennen gleichwohl schnell. Es war ein brutales Duell, dass Energie und Nerven gekostet hat."

Nun haben Sie endlich Ihre erste Kristallkugel gewonnen - das perfekte Ende einer perfekten Saison also?

"Auf jeden Fall. Ich wüsste nicht, was ich mir mehr wünschen könnte. Ich habe eine Kugel und zwei Olympia-Medaillen gewonnen. Dazu kommt der Sieg in Wengen. Viel mehr kann ich mir definitiv nicht erträumen."