Skispringen
A wie Ammann, T wie Topfavorit, V wie Vierschanzentournee

Der Traditionsanlass ist seit seiner Einführung 1952 einer der prestigeträchtigsten Skisprung-Wettkämpfe. Am Dienstag geht es in Oberstdorf los. Lesen Sie vorab das grosse Abc zur Vierschanzentournee.

Simon Steiner
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Der Slowene Peter Prevc (22) ist der Topfavorit auf den Tourneesieg.

Der Slowene Peter Prevc (22) ist der Topfavorit auf den Tourneesieg.

Keystone

A wie Ammann, Simon: Viermal schaffte es der vierfache Olympiasieger bei der Vierschanzentournee aufs Podest, doch zum Sieg hat es noch nie gereicht. Nach dem mässigen Saisonstart stehen die Chancen schlecht, dass sich dies in diesem Jahr ändert.

Simon Ammann konnte die Tournee noch nie gewinnen.

Simon Ammann konnte die Tournee noch nie gewinnen.

KEYSTONE/URS FLUEELER

B wie Bischofshofen: An der letzten Tourneestation kehrt Simon Ammann am Dreikönigstag auf jene Schanze zurück, auf der er vor einem Jahr schwer stürzte.

C wie Crash: Schlimmer als Ammann stürzte vor Jahresfrist in Bischofshofen der Amerikaner Nick Fairall. Er brach sich einen Lendenwirbel, was eine Beinlähmung verursachte.

D wie Dreischanzentournee: In der Saison 2007/08 musste das dritte Springen in Innsbruck wegen eines Föhnsturms abgesagt werden, dafür fanden in Bischofshofen danach zwei Wettkämpfe statt. Es war das bisher einzige Mal in der Tourneegeschichte, dass nur auf drei Schanzen gesprungen wurde.

E wie Eintagsfliege: Der Österreicher Thomas Diethart gewann 2014 die Tournee praktisch aus dem Nichts. So schnell er aufgetaucht war, so schnell verschwand er auch wieder in der Versenkung: Im letzten Winter schaffte es Diethart im Weltcup nie unter die besten zehn, heuer schaffte er es nicht einmal mehr ins Aufgebot für die Tournee.

F wie Freund, Severin: Der Weltmeister und Gesamt-Weltcupsieger ist der Hoffnungsträger im deutschen Lager. Seit 2002 (Sven Hannawald) hat der Co-Gastgeber nie mehr den Gesamtsieger gestellt.

Severin Freund will die österreichische Tournee-Dominanz brechen.

Severin Freund will die österreichische Tournee-Dominanz brechen.

G wie Grün: Diese Farbe dominiert auch an der Tournee, keine Spur von verschneiter Winterlandschaft. Im Zeitalter der künstlichen Schneeproduktion alles kein Problem: Der Schanzenauslauf wird an allen vier Tourneestationen weiss sein. Die Anlaufspur, die auf modernen Schanzen ein integriertes Kühlsystem aufweist, besteht aus blankem Eis.

H wie Hannawald, Sven: Der deutsche Springer ist bis heute der einzige, dem der Tournee-Grand-Slam gelang. 2001/02 gewann er alle vier Einzelspringen und sorgte für Traumquoten im deutschen Privatfernsehen, welches das Skispringen um die Jahrtausendwende zur Formel 1 des Winters hochstilisierte.

I wie Innsbruck: Die wohl spektakulärste Aussicht bietet die Bergisel-Schanze hoch über der Olympiastadt von 1964 und 1976. Die Springer blicken auf einen Kessel voller Fans, einen Friedhof, die Innenstadt und ein beeindruckendes Alpenpanorama.

J wie Jubiläum: Simon Ammann fehlt bald nur noch eine Teilnahme zum Jubiläum. Der Toggenburger startet heuer in seine 19. Tournee.

K wie K.-o.-System: Im Unterschied zu den übrigen Weltcup-Springen werden die 30 Finalisten bei den Tourneespringen in 25 K.-o.-Duellen ermittelt. Zusätzlich zu den Siegern kommen die fünf besten Verlierer (Lucky Losers) weiter.

L wie Liberty: So heisst der offizielle Tourneesong des Folkpop-Sängers Michael Lane.

M wie Missgeschick: Bei der Tournee 1988/89 stürzte der Technische Delegierte der FIS, der Norweger Torgeir Nordby, in Garmisch-Partenkirchen bei der Vermessung des Schanzentischs von diesem ab und brach sich das Bein.

N wie Neujahrsspringen: Der 1. Januar ist seit 1973 als Austragungsdatum für das Springen in Garmisch-Partenkirchen gesetzt. Einzig 1979 musste das Neujahrsspringen witterungsbedingt auf den 2. verschoben werden.

O wie Oldie: Noriaki Kasai nimmt mit 43 Jahren ein weiteres Mal Anlauf beim deutsch-österreichischen Traditionsanlass. Als der unverwüstliche Japaner 1989 erstmals bei der Tournee antrat, waren die meisten seiner heutigen Konkurrenten noch nicht einmal geboren.

P wie Pause: Eine Auszeit vor der Vierschanzentournee gönnte sich Gregor Schlierenzauer. Der Weltcup-Rekordsieger (53 Siege) und zweifache Tourneesieger litt unter Erschöpfungssymptomen, scheint nun aber die Freude am Skispringen wieder gefunden zu haben.

Q wie Qualifikation: Im Qualifikationsdurchgang vor den Springen werden nicht nur die 50 Startplätze vergeben, sondern auch die K.-o.-Duelle für Durchgang 1 bestimmt. Die zehn Bestklassierten im Gesamtweltcup sind vorqualifiziert.

R wie Rekordsieger: Der Finne Janne Ahonen hat die Tournee fünfmal gewonnen. Nach seinem zweiten Comeback ist der 38-Jährige als Springer wieder aktiv, fehlt heuer aber krankheitshalber.

Janne Ahonen ist der Rekordsieger der Tournee.

Janne Ahonen ist der Rekordsieger der Tournee.

Keystone

S wie Schweizer: Drei Schweizer Athleten sind mit von der Partie. Neben Simon Ammann nehmen auch Gregor Deschwanden und Killian Peier die Tournee in Angriff.

T wie Topfavorit: Diese Rolle gehört ganz klar Peter Prevc. Der 23-jährige Slowene hat nicht nur die letzten drei Weltcupspringen gewonnen, sondern klassierte sich diesen Winter in sechs von sieben Einzelwettkämpfen auf dem Podest. Die Vergangenheit zeigt allerdings: Wer als Favorit in die Tournee steigt, hat noch längst nicht gewonnen.

U wie Unbesiegbar: Die Österreicher dominierten die Tournee zuletzt. Wolfgang Loitzl, Andreas Kofler, Thomas Morgenstern, Gregor Schlierenzauer (zweimal), Thomas Diethart und Stefan Kraft sorgten mit sieben Austria-Erfolgen in Serie für einen Tournee-Rekord.

V wie Victory: Deutschland, Österreich und Finnland sind die drei erfolgreichsten Tourneenationen. Je 16-mal stellten sie bisher den Gesamtsieger.

W wie Wind: Starke Böen sorgten vor einem Jahr für eine Verschiebung des Auftaktspringens in Oberstdorf um einen Tag. Das soll nicht mehr passieren: Nach Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck wurden nun auch in Oberstdorf Windnetze an der Schanze installiert.

X wie X-Chromosom: Das Frauen-Skispringen ist zwar seit 2014 olympisch, die Vierschanzentournee aber ist bis jetzt eine Männer-Bastion geblieben.

Y wie Yukio Kasaya: Der Japaner gewann 1972 die ersten drei Wettkämpfe. Der Gesamtsieg blieb ihm aber verwehrt: Vor dem letzten Springen wurde Kasaya nach Hause beordert, um sich auf die Olympischen Spiele in Sapporo vorzubereiten.

Z wie Zwei Sieger: Vier Springen reichten bei der Tournee 2005/06 nicht, um einen Gewinner zu bestimmen. Der Finne Janne Ahonen und der Tscheche Jakub Janda erreichten exakt die gleiche Punktzahl (1081,5) und teilten sich den Sieg.