Ski-WM
Eine müde Topfavoritin und eine Abfahrt, die keine richtige ist – so geht es Lara Gut-Behrami und Beat Feuz vor den WM-Abfahrten

Am Samstag entscheidet sich, wer Weltmeisterin in der Abfahrt der Frauen wird. Am Sonntag folgt die Entscheidung der Männer. Die Schweiz hat mit Lara Gut-Behrami und Beat Feuz zwei Topfavoriten am Start. Wie geht es den Hoffnungsträgern?

Martin Probst
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Lara Gut-Behrami posiert mit Gold aus dem Super-G. Holt sie in der Abfahrt die nächste Medaille.

Lara Gut-Behrami posiert mit Gold aus dem Super-G. Holt sie in der Abfahrt die nächste Medaille.

Jean-Christophe Bott / KEYSTONE

Grosse Freude, kurze Nacht: Nur etwa fünf Stunden habe sie nach dem Weltmeistertitel im Super-G geschlafen, erzählte Lara Gut-Behrami am Tag nach ihrer Goldfahrt. Da war sie gerade zwei Trainings für die Abfahrt der Frauen vom Samstag (Startzeit: 11 Uhr) gefahren und bilanzierte: «Ich bin müde.»

Die Energiereserven der 29-Jährigen reichten trotzdem, um im zweiten Training am Nachmittag die Bestzeit aufzustellen, nachdem sie am Morgen die drittbeste Zeit realisierte. Trainingsresultate sind zwar in der ­­Regel mit Vorsicht zu geniessen, allerdings ist die Tessinerin in ihrer der­zeitigen Verfassung auch in der Abfahrt die Topfavoritin auf den Titel.

Daran ändert auch nichts, dass Gut-Behrami über Bauchschmerzen klagte. Sie selbst sagte zu ihrer Trainingsbestzeit:

«Es fällt alles leichter, wenn man sich grundsätzlich gut fühlt.»

Corinne Suter, die vor zwei Jahren an der WM in Are in der Abfahrt Silber gewann, nachdem sie zuvor im Super-G Dritte wurde, kam in den Trainings nicht richtig in Fahrt. Das heisst bei der 26-Jährigen aber nicht viel. Sie kann sich in den Rennen gewöhnlich steigern. Sind also erneut zwei WM-Medaillen möglich? «Silber im Super-G hilft mir sicher erneut, ruhiger an den Start zu gehen», sagt sie. «Trotzdem muss ich attackieren.»

Jasmina Suter sichert sich den letzten Schweizer Startplatz

Neben Gut-Behrami und Suter starten in der WM-Abfahrt Michelle Gisin und Jasmina Suter. Letztere hat die Trainer in den Trainings überzeugt und sich damit den Startplatz auf Kosten von Priska Nufer und Jasmine Flury gesichert, die in den Trainings ebenfalls die Chance hatten, sich für einen Renneinsatz zu empfehlen.

Michelle Gisin, die in dieser Saison in den Speedrennen noch nicht restlos überzeugen konnte, war mit den Trainings zufrieden. Sie sagt, dass die Entwicklung in die richtige Richtung zeige. Also pünktlich zum Highlight der Saison? «Ich gehe zufrieden zurück ins Hotel.» Die Zuversicht für das Rennen stimmt bei ihr.

Ein Sprung, der keiner mehr ist, gibt zu reden

Während bei den Frauen bereits am Samstag, nach zwei Trainings an einem Tag, der Wettkampf beginnt, steht bei den Männern das zweite Training erst noch auf dem Programm. Und dieses scheint dringend nötig.

Beat Feuz startet im Training.

Beat Feuz startet im Training.

Gabriele Facciotti / AP

Nach der ersten Übungsfahrt am Freitag beklagten sich zahlreiche Athleten lautstark über die Kurssetzung. So auch Topfavorit Beat Feuz, der sagte, dass es mit einer Abfahrt nur wenig zu tun habe. Ähnlich tönte es bei Dominik Paris. Der Italiener ist einer der grossen Konkurrenten des 34-jährigen Schweizers.

Nachdem im Super-G am Donnerstag der Vertigine-Sprung deutlich zu weit ging, wurde die Stelle für die Abfahrt entschärft. So sehr sogar, dass die Athleten mit wenig Tempo und nach Kurven, die an einen Riesenslalom erinnern, die Passage passierten. Was die Abfahrer ärgerte. Die internationale Skiverband FIS kündigte in der Folge Anpassungen an der Kurssetzung an. Allerdings lässt das Terrain grosse Veränderungen nicht zu. Feuz und Co. müssen sich wohl engagieren.