Ski nordisch
Simon Ammann vor den letzten Sprüngen seiner Karriere?

Mit drei Wettkämpfen auf der grossen Flugschanze geht am Wochenende im slowenischen Planica die Weltcupsaison der Skispringer zu Ende – und mit ihr möglicherweise eine grosse Karriere. Für Simon Ammann könnte es das letzte Mal sein, dass er im Weltcup antritt.

Simon Steiner
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Simon Ammann vor dem Karriereende?

Simon Ammann vor dem Karriereende?

KEYSTONE/EPA PAP/GRZEGORZ MOMOT

Mit dem Entscheid über seine sportliche Zukunft lässt sich Ammann bewusst Zeit. «Ich brauche nach diesem Winter etwas Abstand, um das Erlebte sich setzen zu lassen», sagt der 34-jährige Toggenburger. «Es gibt viele Dinge, die stimmen müssen, damit ich weitermache – und im Moment sind für mich noch einige Fragen offen.»

Ammann hat eine zähe Saison hinter sich. Die Umstellung seiner Landung verlief weniger erfolgreich, als er sich dies erhofft hatte. Nur gerade dreimal reichte es ihm im Weltcup in die Top Ten, das beste Saisonergebnis war der 7. Rang vom vergangenen Wochenende in Titisee-Neustadt. Nach seinem schweren Sturz vor einem Jahr in Bischofshofen hatte sich Ammann im Sommer bei der Telemark-Landung zum Wechsel vom linken aufs rechte Bein entschlossen. Weil er mit diesem Projekt nicht wunschgemäss vorankam, musste er diesen Winter oft massive Abzüge bei den Stilnoten in Kauf nehmen, die ihn in den Ranglisten jeweils trotz ansprechenden Weiten zurückwarfen.

Oder doch nochmals Olympia?

Dennoch bereut Ammann nicht, dass er sich im vergangenen Frühling zur Fortsetzung seiner Karriere entschieden hat. Im Gegenteil: «Ich habe erst im Lauf des Winters gemerkt, wie wichtig das für mich war, um meinem Sturz richtig verarbeiten zu können», sagt er. Zu Beginn der Saison hatte der 23-fache Weltcupsieger beim ersten Sprung auf einer neuen Schanze jeweils mit Angstgefühlen zu kämpfen. Inzwischen ist dieses Problem überwunden.

Falls Ammann weitermacht, dürfte er gleich zwei Jahre anhängen – und 2018 im südkoreanischen Pyeongchang seine sechsten Olympischen Spiele in Angriff nehmen. Am Alter soll das nicht scheitern: Bei den nächsten Winterspielen wäre er 36 – und damit immer noch fünf Jahre jünger als der Japaner Noriaki Kasai bei seiner Silbermedaille von Sotschi. Dennoch sind Zweifel angebracht, ob Ammann nochmals ein Olympiaprojekt in Angriff nimmt: «Dafür braucht es eine innere Überzeugung, von der ich im Moment weit entfernt bin», sagt er.