Fifa-Skandal
«Sie haben es immer wieder getan, Jahr um Jahr, Turnier um Turnier»

Die US-Behörden kritisieren die Fifa scharf. Man werde die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen und der Korruption ein Ende setzen, sagte Justizministerin Loretta Lynch an einer Pressekonferenz in New York.

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US-Justizministerin Loretta Lynch nimmt Stellung zum Fall Fifa.

US-Justizministerin Loretta Lynch nimmt Stellung zum Fall Fifa.

Keystone

Die US-Justizministerin Loretta Lynch hat im Skandal um den Fußball-Weltverband FIFA die festgenommen Funktionäre scharf kritisiert. «Sie haben dem Fußball großen Schaden zugefügt, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen und sich selbst zu bereichern», sagte Lynch in New York vor der Presse.

«Sie haben das weltweite Fussballgeschäft korrumpiert, um sich selbst zu bereichern», so die Justizministerin weiter. «Sie haben es immer und immer wieder gemacht. Jahr um Jahr, Turnier um Turnier.»

Die US-Justizbehörde werde «diesen Praktiken und der Korruption ein Ende setzen und die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen», sagte die frühere Oberstaatsanwältin für den Osten New Yorks. Ihr Nachfolger Kelly Currie kündigte an, dass die Festnahmen nicht das Ende, sondern eher der Anfang der Ermittlungen seien.

Bei der Vergabe der Fußball-WM 2010 an Südafrika ist es laut Lynch zu Schmiergeldzahlungen gekommen. "Selbst bei diesem historischen Ereignis haben FIFA-Offizielle und Andere den Bewerbungsprozess korrumpiert, indem sie Bestechungsgelder benutzt haben, um Einfluss auf die Entscheidung zu nehmen", sagte Lynch

Am frühen Mittwochmorgen sind in der Schweiz sieben hochrangige FIFA-Funktionäre des von der Kantonspolizei Zürich festgenommen und abgeführt worden. Darunter auch die beiden FIFA-Vizepräsidenten Jeffrey Webb (Kaimaninseln) und Eugenio Figueredo (Uruguay). Die Polizeiaktion im noblen Fünf-Sterne-Hotel "Baur au Lac" glich einem Hollywood-Film. Die in Zivil gekleideten Beamten, die wegen eines Amtshilfeegesuches aus den USA handelten, ließen sich an der Rezeption die Zimmerschlüssel geben und holten die Funktionäre aus ihren Zimmern. (sid)

Ein Polizeiauto vor dem Hotel Baur au Lac in Zürich.
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Die Funktionäre wurden am Mittwoch im Hotel Baur au Lac von der Polizei abgeführt.
Fifa-Sprecher Walter De Gregorio nimmt Stellung zu den neusten Vorkommnissen
Viele kritische Fragen der Journalisten
Gespanntes Warten im Fifa-Presseraum
Warten auf Blatter und Co.
Auch sie wurden vor der Aktion der Behörden überrascht: Fifa-Delegierte vor einem Hotel in Zürich.
Journalisten arbeiten wo sie können.
Mitarbeiter des Hotels Baur au Lac versuchen die Fifa-Funktionäre bei der Verhaftung vor neugierigen Augen zu schützen.
Eduardo Li - Präsident des Fussbalverbandes von Costa Rica und Exekutivmitglied der Fifa.
Steht auf der Anklageschrift der US-Behörden: Nicolàs Leoz (rechts) - ehemaliger Präsident des Kontinentalverbands südamerikanischer Fussballverbände (CONMEBOL)
José Maria Marin - Präsident des brasilianischen Fussballverbands
Jeffrey Webb - Der Präsident der Nord- und Zentralamerikanische und karibische Fußballkonföderation (CONCACAF).
Gemäss Bundesamt für Justiz soll es um Zahlungen in der Höhe von über 100 Millionen Dollar gehen.
Steht auf der Anklageschrift der US-Behörden: Jack Warner – ehemaliger Fifa-Vize-Präsident und ehemaliger Präsident Nord- und Zentralamerikanische und karibische Fußballkonföderation (CONCACAF)
Eugenio Figueredo - uruguayiuscher Fussballfunktionär und Mitglied des Exekutivkomitees

Ein Polizeiauto vor dem Hotel Baur au Lac in Zürich.

Keystone

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