In der Welt, in der sich Roger Federer (36) bewegt, ist Erfolg zweifellos noch immer die oberste Maxime. Doch mit jedem Tag seiner Karriere verliert sie an Bedeutung. Federer bestreitet seine 20. Saison als Profi. Er hat in diesem Sport alles gewonnen. Er ist heute nicht nur Tennisspieler, sondern auch vierfacher Vater, Ehemann, Präsident der eigenen Stiftung.

Was treibt einen wie ihn also noch an? Die Jagd nach Trophäen kann es nicht sein. Glaubt man ehemaligen Weggefährten, ist die Antwort einfach: Er liebt das Tennis noch immer so sehr wie am ersten Tag.

«Liebe ich es mehr denn je? Es wäre unfair, diese Frage mit Ja zu beantworten», sagt Federer. «Denn ich habe es immer geliebt. Schon damals, als alles neu war und ich gegen alle meine Helden aus dem Fernsehen spielen konnte. Ich fühlte mich wie ein kleiner Junge im Süssigkeitenladen.»

Bis heute hat er sich diese kindliche Freude bewahrt. Sein Trainer Severin Lüthi sagt: «Bei allen anderen hast du das Gefühl, es sei Arbeit. Bei Roger merkst du hingegen, dass er es gerne macht. Sein Enthusiasmus ist auch für mich inspirierend.»

Heute trifft Federer in den Halbfinals der Australian Open auf Hyeon Chung. Geht es nach ihm, ist es nicht der letzte Höhepunkt. «Es sind grossartige Zeiten in meinem Leben und in meiner Karriere. Es ist unglaublich, dass ich noch Tennis spielen kann. Ist es die beste Zeit überhaupt? Ich bin nicht sicher. Aber es sind definitiv gute Zeiten.»

Goran Ivanisevic

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Fabrice Santoro

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Mark Woodforde

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Pat Rafter

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