Eishockey
Serie zum Eishockey-Start: Die grosse Saisonprognose – wer kann die ZSC Lions bremsen?

Heute Abend beginnt der 50 Runden dauernde Qualifikations-Marathon der National League. Wir haben in den vergangenen Tagen die einzelnen Mannschaftsteile der 12 NLA-Teams analysiert. Zum Abschluss folgt nun die grosse Saisonprognose. Wer gewinnt die Qualifikation? Und welche acht Teams schaffen den Sprung in die Playoffs?

Marcel Kuchta
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Endstation Halbfinal: Der SC Bern musste sich in der vergangenen Saison gegen die ZSC Lions geschlagen geben und sinnt nun auf Revanche.

Endstation Halbfinal: Der SC Bern musste sich in der vergangenen Saison gegen die ZSC Lions geschlagen geben und sinnt nun auf Revanche.

Keystone
1. ZSC Lions Auch wenn man sich beim Titelverteidiger weigert, sich als klaren Favoriten zu sehen – mit dem Hinweis darauf, dass man die letztjährige Qualifikation nur auf Platz 7 abgeschlossen habe: Schaut man sich diese Mannschaft an, dann findet man kaum einen Schwachpunkt. Das einzige Fragezeichen betrifft den neuen Trainer: Wie schnell kann sich Serge Aubin den Begebenheiten anpassen?
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2. SC Bern Der Quali-Sieger der vergangenen Saison sinnt auf Revanche für das Halbfinal-Aus gegen die ZSC Lions. Die Mannschaft von Trainer Kari Jalonen ist eingespielt und hat im sowieso schon sehr gut besetzten Sturm mit dem Slowenen Jan Mursak noch eine qualitativ hochwertige Ergänzung erfahren. Ein Problem könnte für dieses Team höchstens die Verletzungsanfälligkeit einiger Spieler werden.
3. EV Zug Mit dem neuen norwegischen Trainer Dan Tangnes soll in Zug auch ein Kulturwandel vollzogen werden. Der EVZ verfügt über eine gut ausbalancierte Mannschaft, wobei es in der Defensive noch einige Unsicherheiten gibt punkto Verletzungen und Tiefe. Bleibt auch die Frage, wie gut Goalie Tobias Stephan in seiner letzten Zuger Saison ist. Wird er zur «Lame Duck»?
4. EHC Biel In Biel hat man innerhalb der vergangenen beiden Jahre eine starke Mannschaft zusammengestellt. Die Mischung zwischen Routiniers und aufstrebenden Spielern scheint zu stimmen. Trainer Antti Törmänen führte die Mannschaft erstmals seit langem in den Playoff-Halbfinal. Passt im Seeland alles zusammen, dann könnten sich die Bieler als Überraschungsteam der neuen Saison herausstellen.
5. HC Lugano Der HC Lugano war im Frühling so nah dran, erstmals seit 2006 wieder Meister zu werden. Ob die Tessiner in der neuen Saison nochmals so weit kommen? Gewisse Zweifel sind erlaubt. Mit Elvis Merzlikins verfügen die Bianconeri über einen herausragenden Goalie, aber punkto Abwehr gibt es mehr Fragezeichen als Antworten. Der Sturm ist unverändert gut besetzt.
6. HC Lausanne In Lausanne wurden wieder einige gute Transfers getätigt. Die Abwehr ist sehr gut besetzt, im Sturm holte man mit Christophe Bertschy einen Nordamerika-Rückkehrer ins Team. Die Waadtländer hätten alles, um ein Spitzenteam zu sein – wenn da nicht die Goaliesituation wäre. Das Duo Zurkirchen /Boltshauser weiss schon jetzt, dass es keine Zukunft mehr hat am Lac Léman.
7. HC Davos Hätten die Davoser nicht noch kurz vor Torschluss mit Anders Lindbäck noch einen ausländischen Goalie geholt, dann wäre die Playoff-Qualifikation in Gefahr gewesen. Das Verpassen der Top-8 ist immer noch möglich, angesichts des enormen Offensivpotenzials der Mannschaft aber unwahrscheinlich. Der HCD wird sein Heil mit dem Vorwärtsgang suchen und wohl auch finden.
8. Fribourg-Gottéron In Freiburg wurde mächtig investiert in neues Personal. Reto Berra soll nach fünf Jahren in Nordamerika Stabilität auf dem Goalieposten bringen. Mit Philippe Furrer holte man einen Verteidiger mit Erfolgsgarantie. Bleiben alle designierten Leistungsträger – vor allem Julien Sprunger und Andrej Bykow – gesund, dann muss man sich in der Saanestadt keinerlei Sorgen machen.
9. SCL Tigers Die Langnauer versuchen mal wieder, das Unmögliche möglich zu machen: die Playoffs zu erreichen. Goalie Punnenovs ist spitze, Rückkehrer Chris DiDomenico bringt Klasse mit, ebenso der von Lausanne gekommene Harri Pesonen. Coach Heinz Ehlers hat einen Plan. Aber letztlich ist die Qualität des Kaders halt doch nicht gut genug für einen der acht Plätze an der Sonne.
10. Ambri-Piotta Trainer Luca Cereda und Sportchef Paolo Duca machen einen guten Job im Rahmen ihrer beschränkten Möglichkeiten. Die Leventiner werden auch heuer wieder mit viel Kampfgeist und Leidenschaft auftreten. Das genügt sicher, um immer mal wieder gegen talentiertere Kontrahenten eine Überraschung zu kreieren, aber nicht, um dem Abstiegskampf zu entkommen.
11. Servette-Genf Man kann es drehen und wenden, wie man will: Es wäre ein Wunder, wenn sich die Genfer heuer wieder in die Playoffs retten würden. Das Budget wurde um vier Millionen reduziert, was sich auf die Qualität der Mannschaft ausgewirkt hat. Wohin man blickt, gibt es offene Fragen. Einzig die Rückkehr an die Bande von Chris McSorley nährt die Hoffnung auf einen unerwarteten Exploit.
12. Rapperswil-Jona Der Aufsteiger muss sich darauf einstellen, in der höchsten Liga hartes Brot zu essen. Nach einer Saison voller Siege wird es am Zürichsee heuer mehr Niederlagen setzen. Goalie Melvin Nyffeler ist sehr gut und wird für die Lakers den einen oder anderen Erfolg stehlen. Ansonsten reicht die Substanz des Personals nicht aus, um grössere Stricke zu zerreissen. In Rapperswil zählt nur etwas: der Klassenerhalt.

1. ZSC Lions Auch wenn man sich beim Titelverteidiger weigert, sich als klaren Favoriten zu sehen – mit dem Hinweis darauf, dass man die letztjährige Qualifikation nur auf Platz 7 abgeschlossen habe: Schaut man sich diese Mannschaft an, dann findet man kaum einen Schwachpunkt. Das einzige Fragezeichen betrifft den neuen Trainer: Wie schnell kann sich Serge Aubin den Begebenheiten anpassen?

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Das Ranking der Teams.

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Der Spielplan der ersten beiden Runden.

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