Nach der sportlichen Talfahrt im letzten Jahr hat Belinda Bencic ihr Umfeld fundamental umgewälzt. Im Herbst trennte sie sich von Förderer und Manager Marcel Niederer und unterschrieb bei der Agentur IMG. Statt die Vorbereitung auf die neue Saison bei Martina Hingis' Mutter Melanie Molitor zu bestreiten, flüchtete sie in die Sonne Kaliforniens.

Dort bereits nicht mehr dabei war ihr Vater und Trainer Ivan Bencic, wie auch später beim Hopman Cup in Perth und bei den Australian Open sowie in St. Petersburg. Nachdem Bencic innert einem Jahr von Position 7 der Weltrangliste bis auf Platz 125 abgerutscht ist, entschieden sich Vater und Tochter gemeinsam, neue Wege einzuschlagen.

Seit Oktober wartet Bencic, die im März ihren 20. Geburtstag feiert, auf einen Einzel-Sieg auf der Profi-Tour. Einsamer Höhepunkt ist der Sieg im Fed-Cup-Viertelfinal gegen Frankreich von Anfang Februar. In Genf bestätigte sie auch, dass sie ab dem Turnier im mexikanischen Acapulco während sechs Wochen mit dem Polen Maciej Snowka zusammenarbeiten wolle.

Im Fed-Cup-Final setze sich Bencic gegen Pauline Parmentier durch.

Im Fed-Cup-Final setze sich Bencic gegen Pauline Parmentier durch.

Nach dem Fed-Cup-Wochenende in Genf flog Bencic auf die spanische Ferieninsel Teneriffa und bereitete sich dort mit Synowka, Trainingspartner Olivier Nagy und ihrem Physiotherapeuten auf die bevorstehenden Aufgaben vor. Offenbar feilte die im letzten Jahr oft verletzt gewesene Bencic dort auch noch einmal äusserst intensiv an ihrer Fitness.

Im Fitness Center 2000 im Süden der Insel kam es zum Treffen mit Besitzer und Fitness-Legende Honore Cironte. Der Sohn einer Tahitianerin und eines Italieners ist bereits 79 Jahre alt, trainiert aber jeden Tag noch immer bis zu drei Stunden. 1987 war er Europameister nd Mister Universe. Fünf Mal wurde er Mister Olympia, letztmals 2003 im Alter von 65 Jahren.

Auf dem Weg zurück an die Weltspitze kann Belinda Bencic jede Hilfe recht sein. Denn vom Losglück ist sie einmal mehr nicht begünstigt. Mit der Kroatin Mirjana Lucic-Baroni (34, WTA 34), die bei den Australian Open die Halbfinals erreicht hatte, trifft sie in Acapulco in der Startrunde auf die Topgesetzte. In Melbourne hiess die Startgegnerin Serena Williams.

In Melbourne traf Bencic gleich in der ersten Runde auf die spätere Siegerin Serena Williams.

In Melbourne traf Bencic gleich in der ersten Runde auf die spätere Siegerin Serena Williams.

Zwar hat Bencic in den nächsten Wochen kaum Punkte zu verteidigen, braucht nun aber dringend Erfolgserlebnisse. Weil ihr Ranking am Stichtag sechs Wochen vor dem Turnier noch gut genug war, findet sie in Indian Wells kommende Woche Aufnahme im Hauptfeld. Danach muss Bencic aber wieder durch die Mühlen der Qualifikation. Die Schonfrist ist abgelaufen.