Kolumne

Schwingerkönig Stucki hätte am WEF als einziger Schweizer Trump zähmen können

Klaus Zaugg

Klaus Zaugg

Unser Sport und unsere Politik haben am WEF eine einmalige Chance verpasst.

So viel ich weiss, hatten unsere Sportler beim WEF in Davos keinen aufsehenerregenden Auftritt. Unser Sport und unsere Politik verpassten also eine einmalige Chance. US-Präsident Donald Trump hat Davos mit seinem Besuch beehrt und plauderte dort mit unserer Staatspräsidentin Simonetta Sommaruga über ein Freihandelsabkommen. Viel soll dabei nicht herausgekommen sein.

Nun verlangt es natürlich das Protokoll, dass von Staatsoberhaupt zu Staatsoberhaupt verhandelt wird. Es wäre unanständig gewesen, wenn irgendeine fachlich noch so qualifizierte Vertreterin (oder ein Vertreter) aus der Bundesverwaltung Donald Trump die Reverenz erwiesen hätte. Aber ein unkonventioneller US-Präsident erfordert einen unkonventionellen Verhandlungspartner. Und so kommt unser Sport ins Spiel. Denn eigentlich gibt es nur einen Schweizer, der Donald Trump auf Augenhöhe entgegentreten, ihn beeindrucken und spontan zu Zugeständnissen bewegen kann: Christian Stucki.

Ach, die Bilder wären um die Welt gegangen, wenn Donald Trump, das Gesicht ob dem schmerzenden Händedruck leicht verzogen, respektvoll zu unserem König aufschaut. Der US-Präsident wäre davon ausgegangen, dass er unser Staatsoberhaupt vor sich hat. Man hätte ihm nur sagen müssen, das sei der König der Schweiz. Seine Berater hätten sofort gegoogelt und festgestellt: Stimmt, die Schweiz ist eine Monarchie, die haben den König sogar erst im vergangenen Jahr im Rahmen einer zweitägigen Zeremonie und in Anwesenheit von mehreren hunderttausend Menschen gekrönt. Da war sogar mehr Publikum dabei als bei der Inaugurationsfeier ihres Chefs in Washington. Intellektuell wäre unser Schwingerkönig dem grossen US-Zampano sowieso ebenbürtig und er hätte ihm «kurz und mutz» weitreichende Zugeständnisse in Sachen Freihandel diktiert.

Den mächtigen, kräftigen König der Schweizer auf alle Zeiten vor Augen, hätte es Donald Trump nicht mehr gewagt, einmal gemachte Zusagen rückgängig zu machen. Nun wissen wir nicht einmal, ob diese Chance wiederkehrt. Es ist nicht sicher, dass Trump die Wiederwahl schafft. Sicher ist nur, dass Christian Stucki auch nächstes Jahr unser König sein wird.

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