Sport

Schwinger Martin Grab wegen Doping für zwei Jahre gesperrt – der beteuert seine Unschuld

Martin Grab beendete seine Karriere nach dem Schwyzer Schwing- und Älplerfest 2018 in Sattel.

Martin Grab beendete seine Karriere nach dem Schwyzer Schwing- und Älplerfest 2018 in Sattel.

Antidoping Schweiz spricht Schwinger Martin Grab des Dopings schuldig. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Grab kann es anfechten.

Nach langem Hin und Her wird nun heute Mittwoch endlich das Urteil zum Dopingfall rund um den ehemaligen Spitzenschwinger Martin Grab bekannt gegeben. Antidoping Schweiz will den Rothenthurmer in ihrem Urteil für zwei Jahre sperren. Das heisst, Antidoping Schweiz geht im Urteil davon aus, dass Martin Grab nicht vorsätzlich gedopt haben soll. Die Maximalstrafe wäre eine Sperre von vier Jahren gewesen. Dieses Urteil liegt Martin Grab schon seit Juni vor. Nicht aber die Begründung. Diese erhielt der 40-jährige Grab erst jetzt nach dem Eidgenössischen Schwingfest in Zug vom Wochenende. Nun hat der Rothenthurmer 21 Tage Zeit, die Begründung zu studieren und allenfalls anzufechten. Somit ist das Urteil auch noch nicht rechtskräftig.

Wie der «Bote der Urschweiz» am Mittwoch berichtete, wird Antidoping Schweiz das Urteil heute aber trotzdem schon der Öffentlichkeit mitteilen. Diesen Schritt kann Martin Grab, wie er am Dienstag verriet, nicht nachvollziehen: «Es stehen mir 21 Tage zu, die Begründung zu studieren und anzufechten. Dass Antidoping Schweiz ein Urteil verkünden will, das noch nicht rechtskräftig ist, finde ich nicht richtig.»

Inwiefern dieses Urteil auch die Kranzfestsiege und die gewonnenen Kränze von Grab betreffen wird, ist noch nicht ganz klar. Der Rothenthurmer dazu: «Die Konsequenz dieser zweijährigen Sperre könnte sein, dass mir Resultate aberkannt werden. Doch dazu kann ich nichts Genaues sagen.» Weiter kritisiert Grab, dass seine Argumente von Antidoping Schweiz teilweise gar nicht berücksichtigt wurden. «Ich konnte mit Experten verschiedene Punkte aufzeigen, die mich entlasten. Doch ich bekam das Gefühl, dass meine Argumente gar nicht richtig angehört wurden.»

Urteil wird eventuell angefochten

Mit einer zweijährigen Sperre hat also auch Antidoping Schweiz den Fall Grab so gewertet, dass der Rothenthurmer die Substanz Tamoxifen nicht willentlich eingenommen hat. Die Substanz wird in der Medizin zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt, soll aber auch im Zusammenhang mit Doping eine grosse Rolle spielen, so Experten. Jedenfalls stützt das Urteil die Aussage von Grab, welcher stets beteuerte, dass er nicht wisse, wie das Medikament in seinen Körper gelangte.

Weiter führt Grab aus: «Bei mir wurde nur eine geschätzte Menge gefunden und keine gemessene. Die Menge war sehr klein. Das Labor in Lausanne bestätigte uns auf Anfrage, dass es nur eine Substanz war und nicht, wie vielerorts geschrieben wurde, mehrere. Ausserdem würde das Mittel bei jeder Dopingprobe sofort angegeben. Man wäre ein Trottel, wenn man dieses nehmen würde. Es macht alles keinen Sinn.»

Martin Grab hat seine Karriere 2018 nach dem Schwyzer Kantonalen in Sattel beendet. Er ist einer der erfolgreichsten Innerschweizer Schwinger der Geschichte. Grab gewann 125 Kränze, als Einziger alle sechs Bergkranzfeste, den Expo-Schwinget 2002 und das Unspunnen-Fest 2006. Die verhängnisvolle Dopingkontrolle fand fünf Tage vor seinem Sieg am Zuger Kantonalen 2018 statt. Es war sein 33. und letzter Kranzfestsieg.

Meistgesehen

Artboard 1