Kommentar
Der Innerschweizer Schwingerverband zeigt seinen Sinn für die Realität

Der Innerschweizer Schwingerverband (ISV) verschiebt vier Kantonalfeste um ein Jahr. Damit fällt er einen mutigen Entscheid.

Claudio Zanini
Claudio Zanini
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Wann finden wieder Schwingfeste wie hier in Oberdorf statt?

Wann finden wieder Schwingfeste wie hier in Oberdorf statt?

Bild: Philipp Schmidli (26. Mai 2019)

Im Grunde sind sich alle einig: Athleten, Betreuer, Funktionäre, Veranstalter. Es soll so schnell wie möglich wieder Schwingfeste geben. Nachdem im letzten Jahr die komplette Saison wegen der Pandemie gestrichen wurde, ist das ein nachvollziehbarer Wunsch. Doch das Virus dominiert unverändert. Schwingfeste werden heute und morgen nicht in die Realität zurückkehren.

Solange ein Trainingsverbot für alle Schwinger über 20 Jahre gilt, ist die Diskussion um Schwingfeste obsolet. Ein Kaltstart in eine Saison ist für Athleten und Veranstalter unmöglich. Das hat der Innerschweizer Schwingerverband früh erkannt und den richtigen Entscheid gefällt. Vier Kantonalfeste, die zwischen Anfang Mai und Anfang Juni stattgefunden hätten, werden um ein Jahr verschoben.

Damit herrscht bei allen Akteuren Klarheit. Und das ist enorm wichtig. Denn für die Organisatoren sind solche Verschiebungen äusserst komplex. Bei einem Schwingfest von der Grösse eines Kantonalen mit Tausenden Zuschauern sind viele Sponsoren, Gönner, Gabenspender, Lieferanten und Helfer involviert. Von ihnen allen ist nun erneut viel Flexibilität und Loyalität gegenüber dem Schwingsport gefordert.

Der Entscheid schmerzt sie alle, weil er verdeutlicht, dass die Krise in eine Verlängerung geht. Andere Teilverbände zögern noch, ihre bevorstehenden Feste zu verschieben. Auf ein solches Zeitspiel verzichtet der ISV.

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