An der Motivation habe es sicher nicht gelegen, sagt Miescher im Interview mit der NZZ und dem Tages Anzeiger. «Ich würde eher sagen, dass wir den Wechsel nicht geschafft haben. Den Wechsel von der Qualifikation zu den Gruppenspielen und in die K.-o.-Phase.» Man sei vielleicht sogar übermotiviert und deshalb ein wenig nervös gewesen, mutmasst Miescher.

Alex Miescher in Togliatti.

Alex Miescher in Togliatti.

Der Generalsekretär glaubt nicht, dass die Doppeladler-Affäre der Grund für das Ausscheiden war. Intern sei die Geschichte gar nicht so wichtig gewesen. «Die Spieler waren eher überrascht, was die Geste auslöste.» Man habe vom Verband Verständnis für die Aktionen aufgebracht und sich solidarisch verhalten. 

Dennoch sieht Miescher Handlungsbedarf mit Spielern, die eine Doppelbürgerschaft besitzen. Er fragt sich, ob Schranken gesetzt werden müssen. Und ob junge Doppelbürger in Zukunft gar nicht mehr vom SFV ausgebildet werden sollen. «Gehen wir davon aus, dass an einer künftigen WM nicht nur die Schweiz spielt, sondern auch Bosnien, Kroatien, Albanien und mehrere afrikanische Länder. Da ist es möglich, dass wir viele Spieler von anderen Teams ausgebildet haben.»

Miescher stellt sogar Doppelnationalitäten im Allgemeinen in Frage. «Sollte man sich ab einem gewissen Alter für eine Nationalität entscheiden?» Dies sei jedoch eine Frage der höchsten politischen Ebene. Der Fussballverband könne höchstens veranlassen, «dass die Türen zu den Förderprogrammen nur für diejenigen offen sind, die auf eine Doppelnationalität verzichten.»

Man wage nun einen Vorstoss und überprüfe, wie die Resonanz ist, so Miescher. «Wenn es dann heisst, es sei eine Schnapsidee, dann ist das okay.» (cma)